
Auch wenn das Ziel natürlich war, den nächsten Heimdreier einzufahren, musste Rot-Weiss Essen am vergangenen Sonntag mit dem 1:1 gegen Hansa Rostock zufrieden sein, nachdem Semir Telalovic erst in der 89. Minute der Ausgleich gelungen war. Die erste Länderspielpause der Saison verbringt RWE damit auf dem dritten Tabellenplatz, der es auch am Ende der vergangenen Saison war, als dann die Relegation gegen die SpVgg Greuther Fürth knapp verloren wurde.
Diesmal will RWE den Sprung in die Zweitklassigkeit aber schaffen und dafür auch nichts unversucht lassen. So deuten sich aktuell Aktivitäten auf dem Markt der vereinslosen Profis an – als Reaktion darauf, dass das Verletzungspech an der Hafenstraße mehrfach zugeschlagen hat. Nach Innenverteidiger Max Geschwill, der von Holstein Kiel gekommen ist und mit einer starken Reizung am Kniegelenk aktuell nicht belastbar ist, und dem von Dynamo Dresden ausgeliehenen Tony Menzel, der mit einer schweren Bänderverletzung im linken Sprunggelenk voraussichtlich bis mindestens Dezember passen muss, hat es nun mit Nick Bätzner auch noch einen weiteren Neuzugang erwischt.
Bätzner, der vom SC Paderborn losgeeist wurde und in bislang vier Joker-Einsätzen für RWE zwei Treffer und einen Assist verbuchen konnte, muss laut offizieller Angaben aufgrund starker muskulärer Probleme in der Wade auf unbestimmte Zeit pausieren. Aussagen von Trainer Uwe Koschinat gegenüber der WAZ lassen dabei befürchten, dass auch der 26-jährige Mittelfeldmann längere Zeit nicht zur Verfügung stehen wird.
Angesichts der Ausfälle macht Koschinat in der WAZ kein großes Geheimnis daraus, sich noch Zuwachs für sein Aufgebot zu wünschen: „Wir haben ehrgeizige Ziele und ein ehrgeiziges Zwischenziel formuliert. Das funktioniert nur, wenn du immer und zu jeder Zeit eine gleich starke Mannschaft auf dem Platz haben kannst. Wenn ich dann bedenke, dass wir nach Münster eine sehr hohe Zahl an Spielen in einer dichten Abfolge haben, dann sollten wir das vorher gut durchdenken, ob wir das mit der jetzigen Personaldecke auffangen können.“
Überstürzen will Koschinat indes nichts, sondern mit den Verantwortlichen die Situation genau besprechen, wofür die Länderspielpause durchaus gelegen kommt: „Die Pause ist gut für uns, wir können nun in Ruhe denken und uns abstimmen. Aber nichts aus einer Panik heraus. Aber natürlich ist es sehr wichtig, dass wir die Situation jetzt analysieren. Ich muss mir mit dem Klub zusammen Gedanken machen, was auf welcher Position noch passieren kann.“
Im Raum stehen sogar zwei Nachbesserungen. Mit Florian Engelhardt, der seit seinem Vertragsende am 30. Juni bei Viktoria Köln ohne Verein ist, trainiert seit Wochenbeginn ein heißer Kandidat bereits mit und hinterließ bei seinem 45-Minuten-Einsatz beim 7:0-Testspielsieg am Mittwoch beim Oberligisten SV Schermbeck einen guten Eindruck. Der 23-Jährige könnte so der erste Neue werden und die Optionen im Mittelfeld wieder erweitern.
Zudem gilt eine Verstärkung auf den offensiven Außenbahnen als denkbar, da der dort eingeplante Noah Pesch erst einmal als Menzel-Vertreter in zentralerer Rolle benötigt wird. Der Markt bietet etwa mit Kenny-Prince Redondo und Christopher Antwi-Adjei erfahrene Optionen, die sich schon höherklassig bewährt haben.






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