
Vor einem Jahr hat der FC Ingolstadt kein Geheimnis daraus gemacht, dass die dritte Saison in Folge in der 3. Liga zugleich die letzte werden soll. Für den Fall des erneuten Scheiterns hat Klubboss Peter Jackwerth angekündigt, das Budget deutlich verringern zu müssen – und genau diese Situation ist eingetreten, nachdem die Schanzer die Spielzeit 2024/25 jenseits von Gut und Böse auf dem zehnten Tabellenplatz beendet haben.
Trainerin Sabrina Wittmann erhielt von den Verantwortlichen um Jackwerth und Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer zwar direkt das uneingeschränkte Vertrauen, ihre vor einem guten Jahr begonnene Arbeit fortzusetzen, doch der Ingolstädter Kader hat in den vergangenen Wochen bereits ein deutlich verändertes Gesicht erhalten.
Am gestrigen Donnerstag verabschiedete der FCI überraschend Benjamin Kanuric, der zum portugiesischen Zweitligisten Leixões SC wechselt und Abgang Nummer 16 in der laufenden Transferperiode darstellt.
„Benjamin Kanuric war immer ein Fixpunkt in unserem Mittelfeld, ein Spieler, der sich stets eingebracht hat – auf wie auch neben dem Platz. Benji ist bei uns nicht nur sportlich, sondern auch persönlich stark gereift und hat unsere Fans mit seiner lockeren Art begeistert. Gerne hätten wir ihn noch länger bei uns gesehen, respektieren aber auch seinen Wunsch, sich in der 2. Liga Portugals zu beweisen“, machte Beiersdorfer auf der Vereinshomepage keinen Hehl daraus, dass der Abgang des 22-Jährigen einen Qualitätsverlust bedeutet.
Im Gegenzug kann der FC Ingolstadt immerhin eine weitere Einnahme verbuchen. Insgesamt haben die Verkäufe von Kanuric, Deniz Zeitler (TSG Hoffenheim), Felix Keidel (SV Elversberg), Mladen Cvjetinovic (Holstein Kiel), Niclas Dühring (Karlsruher SC) und Bryang Kayo (VfL Osnabrück, mittlerweile OH Leuven) dem Vernehmen nach gut zwei Millionen Euro in die Kassen gespült. Zudem dürften kleinere Ablösesummen auch für Tim Heike und Dennis Borkowski (beide MSV Duisburg) geflossen sein. Pascal Testroet (SV Sandhausen), Ryan Malone, Moritz Seiffert (beide Erzgebirge Aue), Pelle Boevink (SpVgg Greuther Fürth) und David Kopacz (VfL Osnabrück) gingen zwar ablösefrei, haben den Gehaltsetat aber merklich entlastet. Richtig bitter ist derweil der ebenfalls ablösefreie Abgang von Torjäger Sebastian Grönning zu Hertha BSC, wohingegen der gerade über die Bühne gegangene Wechsel des weitgehend perspektivlosen Leon Guwara zu Energie Cottbus kaum ins Gewicht fällt.
Unter dem Strich hat der FC Ingolstadt jede Menge Qualität und mit Spielern wie Malone oder Testroet auch reichlich Erfahrung verloren. Schmerzhaft sind insbesondere die Abgänge von jungen Spielern wie Zeitler, Cvjetinovic oder Keidel, deren Entwicklung mutmaßlich noch lange nicht abgeschlossen ist.
Sicher nicht abgeschlossen sind auch die Ingolstädter Personalplanungen, ist der Kader von Trainerin Wittmann doch einer der kleinsten in der 3. Liga. Immerhin sieben externe Neuzugänge konnten bisher verpflichtet werden, denen aber noch weitere Verstärkungen folgen müssen, um mit einem guten Gefühl in die Saison starten zu können.
Abzuwarten bleibt zudem, wie sich aus dem Ausland verpflichtete Spieler wie Dennis Kaygın (Rapid Wien), Frederik Christensen (Tromsö IL) und Mads Borchers (Vaasan Palloseura) in der 3. Liga zurechtfinden. Gehen die Überlegungen nicht auf und finden sich keine weiteren Verstärkungen, könnte dem FC Ingolstadt im schlechtesten Fall sogar der Abstiegskampf drohen.







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