
Die Rollen waren am Montagabend klar verteilt, als Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund das mit 19.300 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllte Stadion an der Hafenstraße betraten. Schließlich standen sich im Rahmen der ersten Runde des DFB-Pokals ein Drittligist und ein Champions-League- und Klub-WM-Teilnehmer gegenüber.
Von einem Zwei-Klassen-Unterschied allerdings war über weite Strecken der Begegnung nur wenig zu sehen. In der Anfangsphase präsentierte sich der BVB zwar durchaus wie erwartet dominant, doch nach den ersten 20 Minuten kam RWE unterstützt von einem gewohnt fantastischen Publikum immer stärker auf und schnupperte mehrfach an der Führung.
Am nächsten dran war Ramien Safi, der kurz vor der Pause alleine auf BVB-Schlussmann Gregor Kobel zusteuerte, den Schweizer aber im Eins gegen Eins nicht überwinden konnte. „Zumindest hätte es die Tür ein Stückchen weiter geöffnet, ganz sicher“, haderte denn auch Essens Trainer Uwe Koschinat nach der Partie am Mikrofon der „ARD“ mit der ausgelassenen Großchance seines Angreifers.
Nach dem Seitenwechsel verlor Essen zwar an Gefährlichkeit, doch auch der BVB kam zunächst nicht wirklich zu den großen Einschussgelegenheiten. Und dennoch gingen die Gäste aus Dortmund in der 79. Minute durch eine starke Einzelaktion von Torjäger Serhou Guirassy in Führung, der für Koschinat schon in der Vorbereitung auf die Partie der Schlüssel zum Erfolg war. „Wir haben uns gefragt wie wir es schaffen können, die große Sensation hinzulegen. Da habe ich immer wieder gesagt: Irgendwie muss es uns gelingen, Guirassy zu Hause einzusperren.“
Letztlich stand der Angreifer auf dem Platz und war in dieser einen Aktion nicht zu stoppen. Zur Enttäuschung von Koschinat, der sehr zufrieden war mit dem Auftreten seiner Mannschaft, aber den Lohn für hochintensive 90 Minuten vermisste: „Wir haben über weite Strecken wirklich ein sehr vorzeigbares Spiel gemacht und alles reingeworfen, was möglich war. Auf der großen Bühne gegen eine solche herausragende Mannschaft haben wir ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Da ist es sehr schade, dass wir am Ende mit leeren Händen dastehen.“
Einen Einblick in seine Gefühlswelt gab der 53 Jahre alte Fußball-Lehrer schließlich auch noch: „Ich hätte mir kein Szenario vorstellen können, bei dem ich nach einem Spiel gegen Borussia Dortmund so krass enttäuscht bin, muss ich ehrlich sagen“.
Für RWE richtet sich der Fokus nun ganz auf die 3. Liga, in der der Start mit zwei Unentschieden gegen den TSV 1860 München (1:1) und beim TSV Havelse (1:1) jeweils nach eigener Führung nur bedingt gelungen ist. Nach relativ kurzer Regenerationszeit geht es für die Koschinat-Elf nun bereits am Freitag beim SV Wehen Wiesbaden weiter, der mit vier Punkten aus den ersten beiden Partien gut losgelegt hat und augenscheinlich zu den Anwärtern auf den Aufstieg zu zählen ist.
Das gilt mit Blick auf den Kader und noch mehr auf die Leistung gegen Dortmund aber auch für Essen, das noch an der Effizienz arbeiten muss, aber in der Form vom Montagabend in der 3. Liga vorne dabei sein sollte.







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