
Nach zuvor nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen hat Alemannia Aachen vor der Länderspielpause einen kompletten Fehlstart verhindert. Im West-Klassiker bei Rot-Weiss Essen gelang der Mannschaft von Trainer Benedetto Muzzicato ein nicht unbedingt zu erwartender 3:2-Sieg, für den maßgeblich der erst wenige Tage zuvor von Hannover 96 ausgeliehene Lars Gindorf mit gleich drei verwandelten Elfmetern verantwortlich zeichnete.
Gindorf war indes nur einer von drei Neuen, die nach sehr kurzer Zeit bei der Alemannia direkt einen Kaltstart hinlegten und ihren Anteil am Sieg in Essen hatten. Auch Mika Schroers (Arminia Bielefeld) und Niklas Castelle (SSV Ulm), beide ebenfalls auf Leihbasis an den Tivoli gewechselt, standen auf Anhieb in der Startelf, die so in der Offensive ein komplett neues Gesicht erhalten hat.
Die Hoffnung, nun direkt nachlegen und am Samstag gegen den SSV Ulm den ersten Heimsieg einfahren zu können, ist natürlich groß. Am Dienstag beim SC Verl und am folgenden Wochenende gegen Waldhof Mannheim warten zudem im Rahmen einer richtungsweisenden englischen Woche zwei weitere, auf dem Papier nicht unlösbar scheinende Aufgaben, mit denen die Alemannia bei entsprechenden Ergebnissen den hinteren Bereich der Tabelle verlassen könnte.
Für Zuversicht in personeller Hinsicht sorgen nicht nur die drei Offensivzugänge, die in Essen debütierten, sondern mit Marius Wegmann auch eine neu hinzugewonnene Alternative für die Defensive, wobei der 27 Jahre alte Innenverteidiger nach einem verletzungsbedingt schwierigen Jahr beim SV Wehen Wiesbaden aber erst noch Spielpraxis benötigt.
Darüber hinaus darf sich Coach Muzzicato aber auch über Zuwachs aus den eigenen Reihen freuen. Denn mit Valmir Sulejmani und Bentley Baxter Bahn sind zwei gestandene Profis ins Training zurückgekehrt, die in fittem Zustand einen Qualitätszuwachs versprechen. Zudem ist Gianluca Gaudino nach seiner Gelb-Rot-Sperre gegen Ulm wieder spielberechtigt.
Nachvollziehbarerweise wollte sich Muzzicato auf der Pressekonferenz am Donnerstag noch nicht auf eine Startelf festlegen, deutete aber an, dass es trotz des Sieges in Essen Veränderungen geben könnte. Und in jeden Fall wird es anders als in den ersten Wochen der Saison schon bei der Benennung des 20er-Aufgebots Härtefälle geben. „Ich bin wieder in der Situation, einem Spieler sagen zu müssen, dass er nicht im Kader ist. Dieses Gefühl habe ich vermisst“, freut sich Aachens Trainer darüber, nun wieder deutlich mehr Optionen zu besitzen.
Dass mit Castelle ein Akteur erst vor kurzem aus Ulm nach Aachen zurückgekehrt ist, will Muzzicato unterdessen nicht über Gebühr für Insiderinformationen nutzen. „Davon bin ich nicht unbedingt ein Freund. Und Castello ist ein Gentleman, wir wollten ihn gar nicht in die Situation bringen“, so der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer, der einerseits zwar die hohe „individuelle Qualität“ im Ulmer Kader lobte, aber dennoch den Fokus auf die eigene Leistung richten will.
„Wir müssen bei uns bleiben und so performen wie in den letzten Spielen. Dann interessiert es mich nicht, was Robert und Ulm machen“, so Muzzicato vor dem Duell SSV-Coach Robert Lechleiter. Beide verbindet die einst gemeinsam durchlaufene Fußball-Lehrer-Ausbildung und darauf basierend eine Freundschaft, die aber am Samstag für 90 Minuten ruhen wird.







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