
Vor rund einem Jahr schien Erzgebirge Aue nach einem guten Start auf einem vielversprechenden Weg, im Rennen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga ein Wörtchen mitreden zu können. Den anfänglichen Schwung indes konnten die Veilchen nicht halten und trennten sich letztlich kurz vor Weihnachten von Trainer Pavel Dotchev – in der Hoffnung auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr mit dem neuen Coach Jens Härtel.
Unter Härtel, der in der Vergangenheit schon den 1. FC Magdeburg und Hansa Rostock in die 2. Bundesliga geführt hatte, allerdings spielte Aue keine wirklich gute Rückrunde und landete nur auf Rang 13. 21 Punkte aus den 19 Partien der zweiten Halbserie reichten in der Rückrundentabelle sogar nur denkbar knapp für einen Platz am rettenden Ufer, sodass es ohne das in den ersten Saisonwochen aufgebaute Polster noch eng in Sachen Klassenerhalt hätte werden können.
Ein solches Polster fehlt dem FC Erzgebirge nun, denn mit vier Punkten aus den ersten sechs Partien ist der Start in die laufende Spielzeit gründlich daneben gegangen. Nur die Aufsteiger 1. FC Schweinfurt 05 und TSV Havelse haben noch schlechter gepunktet, sodass in Aue nach jetzigem Stand größere Sorgen mehr als angebracht sind.
Nochmals verschärft hat sich die Lage durch die 1:2-Niederlage am Mittwochabend beim FC Energie Cottbus. Die bereits vierte Pleite am sechsten Spieltag war allerdings auch verbunden mit einer ordentlichen Portion Pech. Durch Moritz Hannemann geriet Aue in der Lausitz zwar schon nach zwei Minuten in Führung, antwortete aber schnell und glich nach 15 Minuten durch Julian Guttau aus. In der Folge bot sich eine intensive und offensive Begegnung, in der die Gäste aus Aue nach dem Seitenwechsel mit den besseren Chancen näher am Sieg schienen, aber dennoch als Verlierer vom Feld gingen.
Ausschlaggebend dafür war ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Dr. Max Burda in der 67. Minute nach einem Halten von Marvin Stefaniak an Tolcay Cigerci, der den Strafstoß zum Cottbusser Siegtreffer verwandelte. Stefaniak erhielt nicht nur für sein direktes Protestieren die gelbe Karte, sondern war – durchaus nachvollziehbarerweise – auch nach dem Schlusspfiff noch außer sich: „Das ist ein Skandal! Ich habe die Szene gerade gesehen. Das ist kein Elfmeter! Als so guter Schiedsrichter im Derby so eine Scheiße zu pfeifen und ein Spiel so zu entscheiden, ist für mich fraglich. Ich meine, du kannst das Foul vor dem Strafraum geben. Ich halte ihn dort, aber dann springe ich klar zurück“, zitiert „Tag24“ einen aufgebrachten Routinier, der sich gleichzeitig aber auch kämpferisch zeigte: „Ich weiß nicht, was der liebe Herr mir gerade für eine Prüfung aufgibt, aber ich muss die meistern.“
Auch Trainer Härtel übte Kritik am Elfmeter und am Schiedsrichter, war indes mit dem Auftreten seiner Mannschaft einverstanden. Nicht zuletzt wegen der ansprechenden Leistung macht sich der 56-Jährige auch keine Sorgen um seinen Job, weiß aber natürlich auch, dass die Kritik angesichts der unbefriedigenden Ergebnisse nicht weniger wird und positive Resultate folgen müssen.
Die nächste Gelegenheit, Punkte einzufahren, bietet sich gleich am Samstag im nächsten Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück.







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