
Die Hoffnung des TSV 1860 München, dass die Trennung von Trainer Patrock Glöckner im Anschluss an die 0:2-Niederlage am 27. September bei Erzgebirge Aue direkt einen positiven Effekt haben würde, hat sich nicht erfüllt. Stattdessen kamen die Löwen mit Interimstrainer Alper Kayabunar zu Hause gegen Viktoria Köln nicht über ein 2:2 hinaus und kassierten dann beim SV Wehen Wiesbaden eine 0:1-Niederlage.
Dass der neue Cheftrainer zu Beginn der Länderspielpause noch nicht feststand und so wertvolle Zeit verloren ging, war anschließend auch nicht optimal. Immerhin aber steht inzwischen mit Markus Kauczinski der neue Coach fest, der am Montag auch schon seine erste Einheit an der Grünwalder Straße geleitet hat und mit all seiner Erfahrung die Löwen möglichst kurzfristig in die Spur führen soll. Das freilich ist auch dringend nötig, denn bei aktuell sieben Punkten Rückstand auf Platz drei würde das Saisonziel Aufstieg mit jedem weiteren Misserfolg noch weiter in die Ferne rücken als ohnehin schon.
In seinen ersten Wochen bei den Löwen erwartet Kauczinski gleich ein straffes Programm. Zum Einstand geht es am Sonntag (Anstoß: 16.30 Uhr) gegen den MSV Duisburg, der als noch ungeschlagener Tabellenführer und mit einer dementsprechend breiten Brust anreist. Danach wartet das nie einfache Auswärtsspiel beim SV Waldhof Mannheim, bevor mit Energie Cottbus der momentane Tabellenzweite in München gastiert.
Ob gegen Duisburg Thomas Dähne im Tor stehen wird, bleibt noch abzuwarten. Die etatmäßige Nummer eins, die die letzten beiden Spiele verletzungsbedingt verpasst hat, trainierte immerhin teilweise wieder mit der Mannschaft und will ab dem heutigen Mittwoch uneingeschränkt dabei sein, um bereit zu sein für die Partie am Sonntag. Sollte es noch nicht reichen, würde nochmal Routinier René Vollath gegen die Zebras im Tor stehen.
Dann werden Kevin Volland aufgrund seiner neun Zentimeter großen Platzwunde und Kilian Jakob nach einer Muskelverletzung noch nicht wieder zur Verfügung stehen. Dennoch verfügt Kauczinski über einen Kader, der die Möglichkeit bietet, an einigen Stellschrauben zu drehen und so für frischen Wind zu sorgen.
Frischen Wind gibt es möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft auch auf der Ebene der sportlichen Leitung. Nach dem Aus von Geschäftsführer Christian Werner, der zusammen mit Trainer Glöckner freigestellt wurde, fungiert der eigentliche Nachwuchsleiter Manfred Paula momentan mit einer enormen Aufgabenfülle als starker Mann im sportlichen Bereich. Eine Dauerlösung ist die aktuelle, bis Ende Oktober vereinbarte Konstellation aber nicht. Ob Paula dann die Nachfolge Werners antritt oder sich wieder auf das NLZ konzentriert, bleibt noch abzuwarten.
Einen Interessenten für die Rolle des Sportchefs bei den Löwen gäbe es in jedem Fall in Person eines alten Bekannten. Oliver Kreuzer, schon von November 2015 bis Ende Juni 2016 in dieser Funktion bei Sechzig, signalisierte nun gegenüber „Sport 1“ seine Bereitschaft: „Ich habe großen Respekt vor dem Verein und den Fans. 1860 ist ein emotionaler Klub mit großer Tradition. Ich würde mir das sicher anhören.“
Dass Kreuzer einst Kauczinski beim Karlsruher SC zum Cheftrainer gemacht hat und beide ein gutes Verhältnis pflegen, macht ein Comeback des Ex-Profis zumindest nicht unwahrscheinlicher.







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