
Nach einem anfänglichen Aufschwung unter Moritz Glasbrenner, der trotz fehlender Fußball-Lehrer-Lizenz zwischenzeitlich vom Interims- zum Cheftrainer ernannt wurde, zeigt die Entwicklung des SSV Ulm in den vergangenen Wochen wieder klar nach unten.
Beim FC Ingolstadt (1:4), gegen Energie Cottbus (1:2), beim SC Verl (0:5) und zuletzt gegen den VfB Stuttgart II (1:3) haben die Spatzen die letzten vier Spiele allesamt verloren und finden sich dadurch auf Rang 18 wieder – einem direkten Abstiegsplatz mit bereits zwei Punkten Rückstand ans rettende Ufer.
Gründe für die Misere gibt es natürlich einige. Eine Rolle spielt sicherlich das enorme Verletzungspech mit langfristigen Ausfällen von eigentlichen Stützen wie Jo Reichert, Jonas David oder Dominik Martinovic. Hinzu kommen aber auch regelmäßig individuelle Fehler, die nach einem Drittel der Saison nur den Schluss zulassen, dass bei der sommerlichen Kaderzusammenstellung längst nicht alles richtig gelaufen ist. Dafür sowie für die Entscheidungen für die Trainer Robert Lechleiter und nun Glasbrenner zeichnet federführend Geschäftsführer Markus Thiele verantwortlich, den viele Fans in der Zwischenzeit als Sündenbock auserkoren haben.
Am Rande der Niederlage gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart waren im Donau-Stadion die „Thiele raus“-Rufe von den Rängen nicht zu überhören. Registriert hat diese auch Ulms Vorstandsvorsitzender Thomas Oelmayer, der in der „Südwest Presse“ aber nun deutlich machte, dass ein Wechsel auf der sportlichen Kommandobrücke „aus meiner Sicht nicht zur Disposition“ steht.
Zwar räumt Oelmayer ein, dass die Kaderzusammenstellung „nicht perfekt“ gewesen sei, doch der 71-Jährige sieht dennoch zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund für einen Wechsel und insbesondere auch keine Lösung, die einen Aufschwung garantieren würde: „Was würde denn passieren, wenn ich ihn absetze? Rein formal hätte ich die Möglichkeit dazu. Dann ist er weg, es kostet einen Haufen Geld, und ich brauche jemand anderen. Da sehe ich niemanden mit der entsprechenden DNA und schnellen Einarbeitungszeit. Wenn das halbe Stadion ‚Thiele raus‘ ruft, muss man das aushalten, aber deshalb ist es jetzt auch wichtig, ihm Rückendeckung zu geben.“
Dass Oelmayer mittlerweile Prokura für die Geschäftsführung übernommen hat, Thiele somit nicht mehr alleine entscheidungsbefugt ist, will der Vorstandsvorsitzende nicht als Misstrauen gewertet wissen, sondern als Entlastung, die auch auf Wunsch Thieles erfolgt sein: „Er muss all das nicht auf Dauer alleine machen“.
Die Sorge, dass es um die Spatzen auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht gut bestellt sein könnte, wischte Oelmayer unterdessen vom Tisch. In der zurückliegenden Saison in der 2. Bundesliga sei demnach ein Gewinn in Höhe von 1,9 Millionen Euro verbucht worden. Weil zudem die Sponsoring-Einnahmen stabil sind, besteht die Möglichkeit, in der winterlichen Transferperiode nachzurüsten.
Und genau davon will Oelmayer Gebrauch machen: „Wir haben Rücklagen, um die Mannschaft im Winter zu verstärken. Das werden wir selbstverständlich tun“, kündigt der Klubboss an, nichts unversucht lassen zu wollen, um den Negativtrend zu stoppen.







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