
Nur für wenige Minuten sah es danach aus, als könnte sich der SC Verl im Viertelfinale des Westfalenpokals einen Patzer erlauben. Oberligist 1. FC Gievenbeck ging nach 41 Minuten zwar durch Fabian Witt in Führung, doch der Tabellenfünfte der 3. Liga schlug fast postwendend durch Fynn Otto (45.) zurück und schoss im letzten Drittel der Begegnung durch Dominik Steczyk (60.) und einen Doppelpack von Alessio Besio (67., 77.) doch noch einen standesgemäßen 4:1-Erfolg heraus.
Die Mannschaft von Trainer Tobias Strobl steht damit im Halbfinale und hat auf diesem Weg die Chance, in den nächstjährigen DFB-Pokal einzuziehen. Angesichts der möglichen Gegner ist Verl in der finalen Phase des Wettbewerbs im Frühjahr in jedem Fall Favorit. Unter den letzten Vier steht so auch schon Türkspor Dortmund, während die SG Wattenscheid 09 und der FC Gütersloh im Dezember sowie der SC Peckeloh und die Sportfreunde Lotte im Februar die beiden weiteren Halbfinalisten ermitteln.
Weil die Teilnahme am DFB-Pokal Jahr für Jahr sehr lukrativ ist, würde es nicht überraschen, wenn der Sport-Club im Halbfinale in Bestbesetzung antreten würde – und dann auch mit Berkan Taz, der in Gievenbeck krankheitsbedingt passen musste. Der 26-Jährige, der an den ersten 14 Spieltagen der 3. Liga sieben Tore erzielt und sechs weitere vorbereitet hat, ist der absolute Unterschiedsspieler und auch ein Garant für das erneut starke Abschneiden im Liga-Alltag, das in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten war.
Um die Qualitäten von Taz weiß man allerdings nicht nur in Verl, sondern wie im vergangenen Sommer wird auch jetzt bzw. mit Blick auf das Transferfenster im Winter wieder großes Interesse am in Berlin geborenen Deutsch-Türken nachgesagt. Insbesondere Preußen Münster mit Ex-Trainer Alexander Ende, der Taz einst nach Verl holte, soll sich mit dem 26-Jährigen beschäftigen. Aber auch bei Rot-Weiss Essen wird der offensive Mittelfeldmann schon seit längerem immer wieder gehandelt.
Verls Sportvorstand Zlatko Janjic bleibt in der Personalie aber gelassen und schließt in der „Reviersport“ zumindest einen Wechsel innerhalb der 3. Liga weitgehend aus: „Ich mache mir echt wenige Sorgen darum, dass er uns fluchtartig verlässt. Ich würde mich sehr in ihm täuschen, wenn sein Anspruch ein Drittligist ist“, so Janjic, der zugleich auch Verls aktuelle Position und ein mögliches Eingreifen ins Aufstiegsrennen thematisiert: „Ein Blick auf die Tabelle genügt ja, wo wir stehen. Vielleicht werden wir auch noch an Weihnachten da oben mitmischen. Dann fehlt mir die Fantasie für einen ligainternen Wechsel.“
Taz, der schon im Winter per Ausstiegsklausel für eine dem Vernehmen nach im überschaubaren sechsstelligen Bereich liegende Ablöse gehen könnte, über diese Saison hinaus in Verl zu halten, dürfte allerdings überaus schwierig werden. Erst recht, weil der Vertrag des Technikers ausläuft. Eine Verlängerung in Verl wie im März diesen Jahres wäre auf jeden Fall eine Überraschung, ist bei einer fortgesetzt positiven Entwicklung aber auch nicht auszuschließen.







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