
Zumindest verloren hat der 1. FC Saarbrücken das Kellerduell am vergangenen Wochenende bei Erzgebirge Aue nicht, doch das torlose Unentschieden im Lößnitztal brachte die Saarländer im Kampf um den Klassenerhalt auch nicht entscheiden voran. Vielmehr stehen mittlerweile 16 sieglose Spiele in Serie zu Buche, die die Alarmsirenen immer lauter schrillen lassen, zumal der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz nur ein dünnes Pünktchen beträgt und der Kader eigentlich nicht für den Existenzkampf zusammengestellt worden ist.
Stattdessen wollte der FCS nach dem am Ende der vergangenen Saison in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig knapp verpassten Aufstieg den nächsten Anlauf in Richtung 2. Bundesliga nehmen. Doch nach ordentlichem Start geht die Entwicklung nur noch nach unten und konnte auch nicht gestoppt werden, als der in Saarbrücken beinahe nie unumstrittene Trainer Alois Schwartz im Herbst nach acht Partien ohne Sieg gehen musste. Sportdirektor Jürgen Luginger übernahm zunächst interimsweise und wurde im Winter trotz vier siegloser Spiele als Dauerlösung bis zum Ende der Saison benannt – nun allerdings scheint auch dieses Kapitel schon wieder beendet.
Nachdem Bild berichtet hatte, dass Luginger bereits bei einer Niederlage in Aue seinen Platz hätte räumen müssen und die anstehende Begegnung am Samstag gegen den VfB Stuttgart II ein Endspiel für den 58-Jährigen würde, hat der Verein offenbar entschieden, doch schon früher die Reißleine zu ziehen.
Eine offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, doch wie Sky-Reporter Florian Plettenberg berichtet, wurde Luginger freigestellt und auch schon ein Nachfolger gefunden. Demnach soll Argirios Giannikis beim FCS das Kommando übernehmen. Der 45 Jahre alte Deutsch-Grieche, der im Januar 2025 beim TSV 1860 München gehen musste und seitdem ohne Job war, soll am heutigen Mittwoch vorgestellt werden und dann gleich die Vorbereitung auf das so wichtige Heimspiel gegen die Stuttgarter Zweitvertretung leiten.
Giannikis, der bei den Münchner Löwen eher überschaubaren Erfolg hatte und zuvor unter anderem Rot-Weiss Essen und den VfR Aalen sowie in Griechenland PAS Giannina und AEK Athen trainierte, wird vermutlich zunächst nur mit einem Vertrag bis zum Ende der Saison ausgestattet. Denkbar aber, dass eine automatische Verlängerung für den Fall des Klassenerhalts vereinbart wurde bzw. wird.
Die ersten Wochen als FCS-Trainer bieten Giannikis gleich große Chancen, bergen aber auch enormes Risiko in sich. Denn nach dem Heimspiel gegen Stuttgart warten beim SSV Ulm und beim 1. FC Schweinfurt 05 hintereinander zwei Auswärtsspiele bei in der Tabelle noch schlechter platzierten Teams.
Dort jeweils nicht nur zu punkten, sondern unbedingt auch die lange Sieglosserie zu beenden, wäre mit Blick auf die anschließenden Duelle mit vielen um den Aufstieg spielenden Top-Teams von hoher Bedeutung – auch, damit in der Mannschaft und im Umfeld die Überzeugung entsteht, mit Giannikis zumindest den aktuell drohenden Super-GAU Abstieg vermeiden zu können.







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