
Mit dem Viertelfinale im Landespokal am Sonntag beim SSV Fortschritt Lichtenstein bietet die aktuelle Länderspiele dem FC Erzgebirge Aue etwas Ablenkung vom tristen Alltag in der 3. Liga. Während im Pokal die Chance gewahrt werden soll, noch in die erste Runde des nächstjährigen DFB-Pokal einzuziehen und sich Einnahmen mindestens im niedrigen sechsstelligen Bereich zu sichern, ist die ansonsten überaus trist.
Acht Spieltage vor Schluss liegt Aue auf Tabellenplatz 18 und schon enorme neun Punkte hinter dem 1. FC Saarbrücken, der auf Rang 16 gerade noch am rettenden Ufer steht. Nachdem die letzten sechs Spiele allesamt verloren wurden und aus den bisherigen elf Begegnungen der Rückrunde nur überaus magere zwei Zähler verbucht werden konnten, fällt der Glaube an eine erfolgreiche Aufholöjagd schwer, zumal der zwischendurch vollzogene Trainerwechsel von Jens Härtel zu Christoph Dabrowski keinerlei positiven Effekt hatte.
In Aue muss man wohl früher oder später der Realität ins Auge sehen, die Regionalliga Nordost heißt, in der zwar einige brisante und sicherlich zuschauerträchtige Derbys warten, der Kostenapparat aber schon alleine wegen der fehlenden Fernsehgelder drastisch zurückgefahren werden muss.
Ein Umbruch im Kader, der nach den Leistungen im bisherigen Saisonverlauf von Vereinsseite ohnehin forciert werden dürfte, ist schon alleine aus finanziellen Gründen die Folge, wobei selbst im Falle des Klassenerhalts 14 Verträge auslaufen würden und darüber hinaus mutmaßlich einige weitere Arbeitspapiere keine Gültigkeit für die Regionalliga haben dürften.
Zumindest in der Öffentlichkeit will sich Sportdirektor Michael Tarnat indes noch nicht mit dem Fall der Fälle beschäftigen. „Solange es rein rechnerisch noch möglich ist, möchte ich mich zum Abstiegsszenario nicht öffentlich äußern. Wenn die Spieler immer nur von der 4. Liga lesen, verlieren sie doch den letzten Funken Hoffnung und Glauben“, wird der Ex-Nationalspieler von Tag24 zitiert, der zudem auch verriet, dass die vorhandene Belegschaft auch noch warten muss: „Solange der Klassenerhalt noch möglich ist, werde ich mit keinem unserer Spieler sprechen.“
Hinter den Kulissen hat Tarnat aber sicherlich schon den Blick nach vorne gerichtet und sich Gedanken darüber gemacht, wie die schon angekündigte Mission Wiederaufstieg angegangen werden soll. „Die Fans können sich gewiss sein, dass, sollten wir den Klassenerhalt nicht schaffen, eine schlagkräftige Mannschaft im Sommer an den Start gehen wird, die angreifen und um den Aufstieg mitspielen soll“, kündigte der 56-Jährige bereits an, wollte ansonsten aber keine weiteren Einblicke geben.
Ob Torjäger Marcel Bär auch künftig für die Veilchen auflaufen wird, ist offen. Der Angreifer, der mit 84 Treffern in 267 Spielen zweitbester Torschütze in der Geschichte der 3. Liga ist, erklärte nun gegenüber dem kicker, sich derzeit noch nicht mit seiner persönlichen Zukunft beschäftigen zu wollen, signalisierte aber auch Gesprächsbereitschaft: „Im Sommer werde ich 34 Jahre alt, das ist eine wichtige Entscheidung. Gemeinsam mit meiner Familie werde ich mir Gedanken machen und, wenn die Zeit gekommen ist, auch mit dem Verein sprechen.“
Welchen Ausgang diese Gespräche nehmen werden, bleibt wie so vieles in Bezug auf den FC Erzgebirge abzuwarten.







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