
Bei lediglich fünf Punkten Rückstand auf Platz drei und noch fünf ausstehenden Spieltagen ist für den SC Verl durchaus noch einiges drin. Und dennoch hat Trainer Tobias Strobl am vergangenen Wochenende nach dem 1:1 bei Erzgebirge Aue das Thema Aufstieg praktisch abgehakt.
„Wir brauchen nicht davon sprechen, dass wir noch dabei sind. Denn so wird es schwierig, überhaupt eines der letzten fünf Spiele zu gewinnen“, fand Strobl auch unter dem Eindruck einer schwer enttäuschenden Englischen Woche, in der vor dem Remis in Aue beim SSV Ulm (0:1) und gegen Hansa Rostock (1:2) verloren worden war, klare Worte.
Bei MagentaSport ließ Strobl in diesem Zusammenhang auch durchblicken, dass die Psyche bei seiner lange am Limit und darüber hinaus spielenden Mannschaft eine Rolle spielt: „Wir sind eine Gruppe, die die gemeinsame Reise sehr wertschätzt und diese natürlich auch abschließend will, was uns keiner zugetraut hätte. Vielleicht sind das die Faktoren, die uns im Moment auf die Füße fallen.“
Strobl will nun eine lange hervorragend verlaufene Saison positiv beenden und noch den einen oder anderen Erfolg einfahren, beginnend mit dem Heimspiel am Samstag gegen Viktoria Köln. Sportvorstand Zlatko Janjic deutete derweil in der Reviersport an, das ganz große Ziel noch nicht final zu den Akten gelegt zu haben: „Wir können noch 15 Punkte holen. Dann schauen wir, wofür das am Ende reicht.“
Gleichzeitig war Janjic trotz der jüngsten Enttäuschungen darum bemüht, für den richtigen Betrachtungswinkel zu sorgen: „Das Glas ist für uns halb voll“, so der Ex-Profi, der damit auch deutlich machte, dass ein Mitmischen im Aufstiegsrennen eigentlich nicht zu erwarten war, nachdem im vergangenen Sommer der mittlerweile bei Fortuna Düsseldorf gelandete Trainer Alexander Ende und mehrere Leistungsträger nicht zu halten waren.
Ein ähnliches Szenario mit einem größeren Aderlass droht Verl nach der laufenden Saison erneut. Trainer Strobl hat nach Spekulationen um ein Interesse des Karlsruher SC zwar zum einen eine Ausstiegsklausel für höherklassige Vereine dementiert und zum anderen betont, keinen Grund für einen Abschied aus Verl nach nur einem Jahr zu sehen, doch mehrere Stammkräfte haben sich wieder andernorts in den Fokus gespielt.
Sicher ist bereits der Abgang von Timur Gayret, der sich nach seinem Vertragsende dem SC Paderborn anschließt und damit aktuell sogar noch auf den Sprung in die Bundesliga hoffen darf. Paderborn soll auch großes Interesse an Berkan Taz haben, der mit 16 Toren und 16 Vorlagen wieder einer der herausragenden Akteure der 3. Liga ist und diesmal anders als im Sommer 2025 nicht mehr zu halten sein wird.
Auch der vom SC Freiburg nur ausgeliehene Alessio Besio, der bei zwölf Treffern und neun Assists steht, dürfte kommende Saison nicht mehr drittklassig spielen. Und Anfragen für Rechtsverteidiger Oualid Mhmadi sowie Innenverteidiger Fynn Otto wären auch keine Überraschung.
Janjic sieht die drohenden Abgänge nüchtern und ein Stück weit auch als Auszeichnung: „Wir werden wahrscheinlich auch nach dieser Saison fünf bis sieben Spieler in die 2. Bundesliga abgeben. Wo gibt es das sonst?“ Verbunden damit ist indes die alles andere als einfache Aufgabe, wieder für Ersatz sorgen zu müssen, der das Qualitätsniveau aufrechterhalten soll.







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