
Mit seinem Treffer zum 2:2-Ausgleich hat Moritz Seiffert Erzgebirge Aue am Samstag im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden vor einer weiteren Niederlage bewahrt, doch weil ein Sieg nötig gewesen wäre, um die rechnerische Chance auf den Klassenerhalt zumindest noch für eine Nacht aufrechtzuerhalten, hielt sich die Freude im Lager der Veilchen über das Remis in engen Grenzen.
Vielmehr wurde mit dem Unentschieden der Abstieg in die Regionalliga besiegelt, womit der FC Erzgebirge erstmals in seiner 80-jährigen Geschichte in der kommenden Saison nur noch viertklassig spielen wird.
„Es ist ein bitterer Tag. Aber wir konnten uns darauf mental vorbereiten. Dank und Respekt an die Fans im Stadion. Dass sie der Mannschaft in solch einem Moment sogar Mut zusprechen und versuchen uns aufzumuntern, ist wirklich bemerkenswert und nicht selbstverständlich“, kommentierte Angreifer Marcel Bär bei MagentaSport die Augenblicke, in denen der Abstieg bittere Realität wurde.
Nachdem sich dieses Schicksal bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet hat, wurde in Aue immerhin schon mit der Zukunftsplanung begonnen, die momentan zwar eine solide finanzielle Aufstellung umfasst, aber in sportlicher Hinsicht noch jede Menge Fragezeichen. Etwa auch in der Personalie Bär, der nichts ausschloss, sich aber auch noch nicht festlegen wollte: „Ich muss das jetzt verarbeiten und sacken lassen. Dann bespreche ich in den nächsten Tagen und Wochen mit meiner Familie, wie es weitergeht. Ich kann nichts versprechen und nichts ausschließen. Wir sind in Gesprächen, etwas Spruchreifes gibt es nicht.“
Ganz oben auf der Prioritätenliste steht aktuell die Suche nach einem neuen Trainer. Khvicha Shubitidze, der nach der Anfang April erfolgten Trennung von Christoph Dabrowski als Interimstrainer bis zum Ende der Saison installiert wurde, signalisierte via Bild seine Bereitschaft zum Verbleib in der ersten Reihe: „Das ist mein Herzensverein! Wenn ich helfen kann, helfe ich gern!“
Shubitidze spielt in den Überlegungen wohl durchaus auch eine Rolle, ist aber nicht der einzige Kandidat. So soll es nach Informationen der Bild auch ein Treffen mit Torsten Ziegner gegeben haben, der sich beim FSV Zwickau und beim Halleschen FC einen Namen gemacht hat, seit seinem Aus im September 2023 beim MSV Duisburg aber ohne Job ist.
Einige Akteure, die grundsätzlich dazu bereit wären, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, wollen oder müssen im Moment noch die Klärung der Trainerfrage abwarten. Torwart-Routinier Martin Männel indes machte gegenüber Tag24 recht deutlich, auch in der Regionalliga im Tor der Veilchen stehen zu wollen: „Es müsste sehr viel passieren, dass ich noch mal woandershin wechsle. Für mich gibt es nur den FC Erzgebirge Aue und das Wichtigste im Moment ist, dass es der Verein nächste Saison wieder hinkriegt. Dabei möchte ich gerne Teil der Mannschaft sein. Am Ende des Tages geht es nicht um mich oder Einzelschicksale, sondern das große Ganze, das stimmig sein muss.“
Weil auch schon Anthony Barylla und Erik Majetschak erklärt haben, sich einen Verbleib in Aue vorstellen zu können, ist die Aussicht, eine erfahrene Achse halten zu können, in jedem Fall gegeben.







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