
In erster Linie ist man bei Alemannia Aachen natürlich froh darüber, sich im Endspurt der Saison nicht mehr im Abstiegskampf zu befinden, wonach es noch zu Jahresbeginn nicht unbedingt ausgesehen hat. Gleichzeitig dürfte der eine oder andere Fan rund um den Tivoli aber auch ein wenig traurig sein, dass die Saison bereits in zweieinhalb Wochen endet. Denn als zweitbestes Team der Rückrunde hat die Alemannia einen Lauf und wäre in der momentanen Verfassung ein heißer Aufstiegskandidat, wenn der Rückstand auf den dritten Platz nicht schon sieben Punkte betragen würde.
So kann man sich in Aachen bereits verstärkt um die nächste Saison kümmern, in der der in den vergangenen Monaten eingeschlagene Erfolgsweg natürlich weiter beschritten werden soll. Das allerdings wird schon alleine deshalb kein Selbstläufer, weil mit Lars Gindorf einer der beiden offensiven Unterschiedsspieler nicht zu halten ist. Der 24-Jährige, der es auf 22 Tore und elf Vorlagen bringt, ist von Hannover 96 nur ausgeliehen und wird entweder nach Niedersachsen zurückkehren oder (mindestens) zu einem anderen Zweitligisten wechseln, um den nächsten Karriereschritt zu gehen.
Bei Mika Schroers, der Gindorf mit 19 Toren und zehn Assists kaum nachsteht, hat die Alemannia bereits eine mit Arminia Bielefeld vereinbarte Kaufoption gezogen. Schroers steht damit bis 2029 in Aachen unter Vertrag, doch gesichert ist ein Verbleib des ebenfalls 24-Jährigen damit noch lange nicht. Mehrere Zweitligisten, darunter der VfL Bochum, sollen Interesse bekunden und dürften Schroers reizen, über dessen möglichen Abgang die Alemannia indes immerhin eine satte Ablöse hinwegtrösten würde.
Gindorf und Schroers dominieren angesichts ihrer Bedeutung für das Aachener Spiel zwar die Schlagzeilen, sind aber bei weitem nicht die einzigen Personalien, mit denen sich Geschäftsführer Rachid Azzouzi auseinandersetzen muss. So werden für das 19-jährige Mittelfeldtalent Faton Ademi lukrative Angebote erwartet, während sieben weitere Akteure derzeit nur ausgeliehen sind – mit einer offenen Zukunft.
Festgelegt hat sich die Alemannia indes schon darauf, dass der erst zu Beginn des Jahres von Dynamo Dresden gekommene Jonas Oehmichen möglichst weiter bleiben soll. Azzouzi hat in Dresden bereits den Wunsch nach einer Verlängerung der Ausleihe hinterlegt. Ob die Sachsen diesem nachkommen, dürfte allerdings auch maßgeblich vom Ausgang der aktuellen Zweitliga-Saison abhängen. Schafft Dresden den Klassenerhalt, dürften die Aachener Chancen auf einen Verbleib des 22-Jährigen deutlich besser stehen.
Das Heft des Handelns hält Aachen unterdessen bei Fotios Pseftis in der Hand. Der griechische Schlussmann kam im Januar vom FC Lugano, anders als Oehmichen aber mit einer Kaufoption. Von dieser hat die Alemannia bisher noch nicht Gebrauch gemacht, doch mit Leistungen wie am vergangenen Wochenende gegen den MSV Duisburg (3:1) hat der 23-Jährige einige Argumente auf seiner Seite.
Geht es nach Pseftis selbst, ist die Sache klar: „Ich habe noch nie in so einer Umgebung mit solchen Fans gespielt. Ich würde sehr gerne bleiben“, macht der Keeper kein Geheimnis aus seinem Wunsch, weiter in Aachen zu spielen.







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