
Bei Alemannia Aachen wird man sich in der Nachbetrachtung der Saison sicherlich über die Phase vor Weihnachten ärgern, in der aus fünf Spielen nur zwei Punkte geholt wurden und die heute ein wesentlicher Grund dafür ist, warum die Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic nicht noch im Aufstiegsrennen mitmischt.
Als mit 37 Punkten aus 17 Spielen zweitbeste Mannschaft der Rückrunde ist Aachen seit längerem in exzellenter Verfassung, liegt aber wegen der schwachen Hinserie mit nur 21 Zählern aus 19 Begegnungen als Tabellensiebter acht Punkte hinter dem dritten Platz – kann also bereits fix für ein weiteres Jahr in der 3. Liga planen – worüber man, so viel Ehrlichkeit muss sein, zu Jahresbeginn freilich alles andere als enttäuscht gewesen wäre.
Die Zukunftsplanungen allerdings stellen die Verantwortlichen um Geschäftsführer Rachid Azzouzi vor einige Herausforderungen, laufen doch nicht nur einige Verträge von Akteuren aus der zweiten und dritten Reihe aus, de Gestaltungsspielraum schaffen, sondern es geht aller Voraussicht nach auch jede Menge Qualität verloren.
Sicher ist schon der Abgang von Top-Scorer Lars Gindorf, der als Leihspieler von Hannover 96 mit 23 Toren und elf Vorlagen eine überragende Saison spielt. Noch ist zwar offen, ob der von vielen weiteren Klubs umworbene Gindorf tatsächlich nach Hannover zurückkehrt, doch für Aachen wird der 24-Jährige in der kommenden Spielzeit nicht mehr auflaufen. Wohl ebenso wenig wie mit Jonas Oehmichen ein weiterer Leihspieler, der sich in der Rückrunde zum Leistungsträger aufgeschwungen hat, mit dem ab dem 1. Juli aber Dynamo Dresden wieder plant.
Eine bessere Verhandlungsposition besitzt die Alemannia bei Mika Schroers und Faton Ademi, deren Abgänge aber ebenfalls drohen. Schroers, der Gindorf mit 19 Treffern und zehn Assists kaum nachsteht, wurde zwar per Kaufoption von Arminia Bielefeld fest verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2029 ausgestattet, aber der 24-Jährige hat auch das Interesse höherklassiger Vereine auf sich gezogen. Das gilt nicht minder für das 19-jährige Mittelfeldtalent Faton Ademi. Der kosovarische U21-Nationalspieler wird schon seit längerem von Vereinen aus England und Belgien umworben, steht laut Sky zudem bei einem Bundesligisten auf der Wunschliste und mit dem VfL Bochum schon in konkretem Kontakt. Sowohl bei Schroers als auch bei Ademi dürfte es bei der Alemannia eine finanzielle Schmerzgrenze geben.
Mit Daniel Starodid von Eintracht Frankfurt II hat die Alemannia nun aber auch schon einen neuen Stürmer präsentiert. Der 22-Jährige steht in der laufenden Saison der Oberliga Hessen nach 29 Spielen bei 19 Toren und acht Vorlagen, soll nun in Aachen den nächsten Schritt machen. „Mit Daniel schließt sich uns im Sommer ein dynamischer junger Spieler an, der gut zu unserem Spielstil passt. Ich freue mich darauf, bald mit ihm zusammenzuarbeiten“, kommentierte Trainer Selimbegovic die Personalie.
Der einzige neue Stürmer dürfte Starodid indes nicht bleiben. Interesse soll Aachen niederländischen Medienberichten zufolge auch an Romano Postema haben, der für den FC Emmen in 35 Spielen der zweitklassigen Keuken Kampioen Divisie auf 24 Tore und sieben Assists kommt. Der 26-Jährige, der vom FC Groningen ausgeliehen ist, soll zwar auch in Italien auf Interesse stoßen, doch die Alemannia gilt als Favorit auf die Verpflichtung.







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