
Auf Rang zwölf und damit jenseits von Gut und Böse stehend geht es für den SV Waldhof Mannheim im Saisonendspurt um nicht mehr viel. Weil das auch für die verbleibenden Gegner gilt – zunächst der SSV Jahn Regensburg zu Hause und dann abschließend der FC Ingolstadt auswärts – ist in Bezug auf die 3. Liga nicht mehr allzu viel Druck vorhanden.
Klar aber ist, dass am 23. Mai das Finale um den badischen Landespokal unbedingt gewonnen werden soll. Nicht nur, weil es dann gegen Stadtrivale VfR Mannheim geht, sondern auch, weil der Gewinn des Wettbewerbs einen Startplatz in der ersten Runde des nächstjährigen DFB-Pokals bedeuten würde, mit dem Einnahmen von mindestens 200.000 Euro verbunden wären – bei einem namhaften Erstrundengegner und bei einem Weiterkommen sogar noch deutlich mehr.
Zusätzliche Einnahmen könnten die Buwe gut gebrauchen, steht doch im Sommer wieder ein Kaderumbau an, der vor allem in der Offensive ein größeres Ausmaß annehmen dürfte. Nachdem im Winter schon Kenny Okpala der Wunsch, zum SC Paderborn zu wechseln, letztlich nicht verwehrt werden konnte, steht inzwischen auch der Abgang von Felix Lohkemper fest, der sogar nicht mehr für den Waldhof auflaufen wird.
„Der SV Waldhof Mannheim und Felix Lohkemper haben sich nach Gesprächen in den vergangenen Tagen darauf verständigt, dass der Spieler bis zum Saisonende nicht mehr am Trainings- und Spielbetrieb der Profimannschaft teilnehmen wird. Felix Lohkemper hat den Verein darüber informiert, dass er im Sommer zum SV Sandhausen wechseln möchte. Vor diesem Hintergrund haben beide Seiten entschieden, für die verbleibenden Spiele der laufenden Saison getrennte Wege zu gehen“, teilte der Verein offiziell mit, dass der mit 16 Treffern beste Angreifer im bisherigen Saisonverlauf in den Zukunftsplanungen keine Rolle mehr spielt.
Damit im Team der Fokus auf den Endspurt und vor allem den Landespokal nicht leidet, wurde Lohkempers Aus per sofort entschieden, wie Geschäftsführer Sport Gerhard Zuber erklärte: „Wir respektieren Felix’ Wunsch nach einer neuen Herausforderung. Für uns steht in der aktuellen Saisonphase der mannschaftliche Zusammenhalt im Fokus. Daher haben wir uns darauf verständigt, die Situation frühzeitig zu klären.“
Zu welchen Konditionen ein Wechsel Lohkempers nach Sandhausen erfolgen wird, ist noch offen. Weil der 31-Jährige eigentlich noch einen Vertrag bis 2027 besitzt, wird eine Ablöse fällig, die den Mannheimer Verantwortlichen dann für ihre eigenen Transferaktivitäten zur Verfügung stehen sollte.
Obwohl Terrence Boyd sein eigentlich schon verkündetes Karriereende rückgängig gemacht hat und auch in der nächsten Saison dabei sein wird, besteht im Mannheimer Angriff größerer Bedarf. Denn der 35-jährige Boyd kann zum einen nicht für 38 Spieltage über 90 Minuten eingeplant werden, ist nach dem Lohkemper-Aus zum anderen aber der einzige nominelle Mittelstürmer im Kader.
Die Verantwortlichen um Geschäftsführer Zuber werden so wohl mindestens zwei, eher drei neue Angreifer hinzuholen müssen, um auf dieser Position adäquat aufgestellt zu sein. Einen Stürmer zu finden, der wie Lohkemper 16 Mal trifft, dürfte freilich nicht ganz einfach werden.







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