
Hätte die Saison noch ein paar Wochen länger gedauert, wäre es durchaus vorstellbar gewesen, dass Alemannia Aachen noch ins Aufstiegsrennen eingreift. So reichte es im zweiten Jahr in der 3. Liga „nur“ zum siebten Tabellenplatz, der mit Blick auf die noch im Winter große Abstiegsgefahr aber fraglos als Erfolg zu verbuchen ist.
Dass Geschäftsführer Rachid Azzouzi im Januar keinen Zweifel am im Oktober angetretenen Trainer Mersad Selimbegovic ließ, der nach einem schwachen Jahresendspurt 2025 und einem verlorenen Auftaktspiel nach der Winterpause von nicht wenigen Fans schon wieder stark hinterfragt wurde, war aus heutiger Sicht die goldrichtige Entscheidung. Der 44 Jahre alte Bosnier hat es geschafft, das im Kader vorhandene Potential zu nutzen und eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, die in der Rückrunde aus 19 Spielen beeindruckende 43 Punkte für sich verbuchen konnte.
Nun allerdings steht die Alemannia vor der Herausforderung, das so erfolgreiche Team erst einmal zusammenhalten zu müssen, was schon alleine wegen der sicheren Abgangs von Torschützenkönig Lars Gindorf, der von Hannover 96 nur ausgeliehen wurde, nicht möglich ist. Daher lautet Azzouzis Aufgabe eher, einen funktionierenden Kern zu halten und darum eine neue Top-Elf zu formen.
Wichtig wäre natürlich, wenn nach Gindorf nicht auch noch der zweite Torgarant Mika Schroers ginge. Der 24-Jährige wurde zwar per Kaufoption fest von Arminia Bielefeld losgeeist, doch wären Angebote aus der 2. Bundesliga nicht überraschend.
Noch nicht so weit wie bei Schroers sind fünf andere Personalien. Auch Pierre Nadjombe (1. FC Magdeburg), Jonas Oehmichen (Dynamo Dresden), Matti Wagner (SpVgg Greuther Fürth), Fabio Torsiello (SV Darmstadt 98) und Fotios Pseftis (FC Lugano) waren nur ausgeliehen, sollen aber nach Möglichkeit bleiben.
Am schlechtesten stehen die Chancen wohl bei Oehmichen, den Dynamo Dresden nach einem starken Halbjahr am Tivoli selbst wieder einplant und bezüglich einer erneuten Ausleihe nach Aachen wenig gesprächsbereit ist. Bei Wagner könnte derweil einiges davon abhängen, ob Fürth zweitklassig bleibt, während bei Pseftis die mittels Kaufoption festgeschriebene Ablöse gedrückt werden soll. Mit Torsiello besteht bereits Einigkeit über eine weitere Zusammenarbeit, aber laut kicker steht die Darmstädter Antwort auf das erste Angebot noch aus.
Nadjombe, der sich auf der rechten Außenbahn zum Leistungsträger entwickelt hat und im März so sogar sein Debüt in der A-Nationalmannschaft Togos feiern durfte, wird unterdessen im Juni zum Trainingsauftakt in Magdeburg zurückerwartet.
FCM-Sportdirektor Peer Jaekel verriet in Bild indes aus, dass der 23-Jährige einen Markt hat: „Pierre hat in Aachen eine äußerst positive Entwicklung genommen, was natürlich auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben und gewisse Begehrlichkeiten geweckt hat.“
Laut Bild sollen auch andere Zweitligisten Interesse an Nadjombe bekunden, dessen Vertrag in Magdeburg nur noch ein Jahr läuft. Die Alemannia ist ebenfalls im Rennen um den gebürtigen Kölner, muss allerdings fürchten, nicht die gleiche sportliche Perspektive wie die Konkurrenz auf dem Transfermarkt bieten zu können.







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