
Die Fans des TSV 1860 München erleben in diesen Tagen ein Deja-Vu -wie 2017, als in der Relegation gegen den SSV Jahn Regensburg der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga verpasst und es mangels Lizenz für die 3. Liga in der Folge sogar in die Regionalliga Bayern ging, müssen die Münchner Löwen erneut nicht aus sportlichen Gründen in die Viertklassigkeit.
Nach Ablauf einer Frist musste der TSV 1860 München am Mittwochabend mitteilen, dass es nicht gelungen ist, die für die Zulassung zur 3. Liga erforderlichen Liquiditätsnachweise zu erbringen. Wie der Verein auf seiner offiziellen Homepage erklärte, sind dafür nicht erfüllte Finanzierungszusagen von Gesellschafter Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen ursächlich.
„Bis zuletzt war ich fest davon überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gefunden werden kann. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt. Wir werden nun all unsere Energie darauf verwenden, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern aufzustellen“, richtete ein enttäuschter Geschäftsführer Manfred Paula den Blick zumindest vorsichtig schon wieder nach vorne – sicherlich aber im Wissen, dass dem Verein eine Herkulesaufgabe bevorsteht und das Ziel „den Geschäftsbetrieb unter Wahrung der Rechte und Interessen der Gesellschaft geordnet aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit unseren Sponsoringpartnern eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu entwickeln“ alles andere als leicht zu erreichen sein wird.
Während durch den Zwangsabstieg der Münchner Löwen wohl der TSV Havelse nachträglich den Klassenerhalt in der 3. Liga feiern darf, hat 1860 vom Bayerischen Fußball-Verband schon die Zusage erhalten, 2026/27 in der Regionalliga Bayern antreten zu dürfen und damit eine Liga oberhalb der zweiten Mannschaft, aus der wohl der eine oder andere Akteur nach oben gezogen wird.
Kurz nach Bekanntwerden des Zwangsabstieges folgte die nächste Hiobsbotschaft, den Hauptsponsor „Die Bayerische“ gab bekannt, von einem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch zu machen. Obwohl die Versicherung die Tür nicht ganz schloss, ist im Moment davon auszugehen, dass eine größere Lücke im Etat entsteht, hinter dem ohnehin in vielerlei Hinsicht Fragezeichen stehen.
Personell wird es eine Reihe von Veränderungen geben. Schon alleine deshalb, weil laut kicker nur acht Akteure aus dem bisherigen Kader auch für die 3. Liga gültige Verträge besitzen. Während Trainer Markus Kauczinski, der vom bisherigen U21-Erfolgscoach Alper Kayabunar beerbt werden könnte, wohl kaum für einen Neustart in der Regionalliga zu haben sein dürfte, droht auch bei den Leistungsträgern ein Aderlass.
Die eigentlich noch allesamt bis 2027 gebundenen Angreifer Kevin Volland, Florian Niederlechner oder Sigurd Haugen werden kaum zu halten sein. Insbesondere bei Haugen dürften sich einige Zweitligisten in Stellung bringen, allen voran Dynamo Dresden gilt schon länger als interessiert. Auch Top-Talent Sean Dulic wird kein Problem damit haben, mindestens in der 2. Bundesliga unterzukommen, den Löwen aber kaum noch eine Ablöse im Millionenbereich einbringen, die ohne den Zwangsabstieg denkbar gewesen wäre.







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