
Ins zweite Jahr nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga ist der SV Wehen Wiesbaden eigentlich mit dem Ziel gestartet, nicht nur oben mitspielen, sondern auch die Rückkehr in die Zweitklassigkeit schaffen zu wollen. Das allerdings ist den Rheinhessen letztlich ziemlich klar nicht gelungen, stand nach 38 Spieltagen doch nur der achte Tabellenplatz zu Buche – mit 17 Punkten Rückstand auf Rang drei.
Nur rund um Weihnachten schien es kurzzeitig so, als könnte der SVWW vielleicht doch ins Aufstiegsrennen eingreifen, doch letztlich musste die Mannschaft des im Herbst als Nachfolger von Nils Döring angetretenen Trainers Daniel Scherning doch abreißen lassen.
Ins neue Spieljahr indes startet Wehen Wiesbaden definitiv wieder ambitioniert, wie Scherning gegenüber dem Wiesbadener Kurier unmissverständlich deutlich machte.
„Wir wollen in die 2. Bundesliga aufsteigen“, gab Scherning nach drei Wochen Sommerpause schon das Ziel für die neue Saison aus, obwohl bisher noch gar nicht klar ist, wie der Kader aussieht. Dass das Aufgebot verstärkt werden muss und andere Spielertypen benötigt, machte Scherning indes im Rahmen seiner Ansage auch klar. „Wir brauchen mehr Tempo und Tiefgang. Mir wollten zu viele Spieler immer zum Ball, als dass sie die letzte Linie des Gegners gefährdet haben.“
Mit Max Brandt, der nach dem Abstieg des SSV Ulm ablösefrei nach Wiesbaden kommt, steht bisher nur ein externer Neuzugang fest. Der 25 Jahre alte Mittelfeldmann bringt aber nicht nur Erfahrung in der 3. Liga mit, sondern war 2024/25 mit den Spatzen auch schon in der 2. Liga am Ball und soll auch bei anderen Vereinen wie unter anderem Zweitliga-Absteiger Preußen Münster auf dem Zettel gestanden haben.
Mit Kevin Broll, Felix Luckeneder, Nassim El Ouarti, Sascha Mockenhaupt, Orestis Kiomourtzoglou, Ryan Johansson, Ivan Franjic und Milad Nejad sind auf der anderen Seite schon acht Abgänge fix. Dieses Missverhältnis indes ist kein Zufall, sondern durchaus gewollt, soll der Kader doch im Idealfall mit 24 Feldspielern und drei Torhütern recht kompakt gehalten werden, zudem die Durchlässigkeit für Talente wie Tim Neubert, Ben Nink, Jan Becker und Ibrahim Ati Allah hoch bleiben.
Während durch die Abgänge Spielraum für neues Personal besteht und sicherlich noch Verstärkungen hinzukommen werden, ist es mit Blick auf die Ziele eigentlich nicht geplant, Leistungsträger abzugeben – erst recht nicht an einen Mitkonkurrenten.
Daher dürfte sich die Bereitschaft, Moritz Flotho zu Rot-Weiss Essen ziehen zu lassen, in engen Grenzen halten. Ob der in der Relegation an der SpVgg Greuther Fürth gescheiterte Ligarivale tatsächlich mit einem konkreten Angebot für den 24 Jahre alten Angreifer vorstellig wird, bleibt abzuwarten. Grundsätzliches Interesse seitens RWE soll laut der WAZ aber vorhanden sein. Nicht zuletzt deshalb, weil man in Essen mit Marek Janssen nicht vollends zufrieden ist und deshalb einen neuen, großgewachsenen Mittelstürmer sucht.
Flotho, der in der zurückliegenden Saison in 36 Spielen auf zwölf Tore und neun Vorlagen kam, würde ins Raster passen. Allerdings sitzt der SVWW aufgrund eines bis 2027 laufenden Vertrages am längeren Hebel und wird wohl nur dann gesprächsbereit sein, wenn eine hohe Ablöse geboten wird.







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