
Die WM 2026 ist in vollem Gang und hat neben erwarteten Ergebnissen auch schon die eine oder andere Überraschung mit sich gebracht. Am Rande der Spiele, die selbst die hartgesottensten Fans angesichts ihrer Vielzahl und der für Europa suboptimalen Anstoßzeiten mächtig fordern, schreibt das aufgrund der Aufstockung von 32 auf 48 Mannschaften größte Turnier seiner Art aller Zeiten tagtäglich besondere Geschichten.
Bevor Saudi-Arabien gegen Uruguay nicht über ein 1:1 hinaus kam und der politisch aufgeladene, erste WM-Auftritt des Iran gegen Neuseeland mit einem 2:2 ebenfalls unentschieden endete, gab es auch zwischen Belgien und Ägypten keinen Sieger. Im Fokus stand dabei Romelu Lukaku, der nach einer von Verletzungspausen durchzogenen Saison beim SSC Neapel ohne nennenswerte Spielpraxis zum Nationalteam gereist ist, nur 23 Sekunden nach seiner Einwechslung aber praktisch ein Eigentor von Mohamed Hany erzwang und Belgien so zumindest ein 1:1 rettete.
Passend zu den Ergebnissen in der Folge war am Montagabend auch Spanien nicht über ein Remis hinausgekommen. Allerdings nicht gegen einen auf Augenhöhe verorteten Gegner, sondern gegen die Kap Verde, die ihr erstes WM-Spiel überhaupt bestritten. Spanien war zwar klar tonangebend und hielt sich überwiegend in der gegnerischen Hälfte auf, fand aber die passenden Mittel nicht und ließ die wenigen, zwingenden Chancen aus.
Weil auch die späten Einwechslungen von Lamine Yamal und Nico Williams, die aus Verletzungspausen kommend nicht zu früh zu stark belastet werden sollten, nicht mehr zum erhofften Sieg führten, war und ist in Spanien die Kritik am ersten Aufritt des Europameisters enorm. Während El Mundo ein „katastrophales Spanien“ sah, schrie Mundo Deportivo etwas gemäßigter von einer Enttäuschung. Die Marca umschrieb die Vorstellung mit „Desaster“ weniger schonungslos und die AS sah ein „Versagen“ der Furia Roja.
Klar ist damit, dass der Druck auf der spanischen Mannschaft vor dem zweiten Gruppenspiel hoch ist. Dann wartet am Sonntag (18 Uhr MESZ) mit Saudi-Arabien der nächste unangenehme Gegner, der die Räume eng machen und der spanischen Offensive keinen Platz zur Entfaltung geben will.
Während Spaniens Trainer Luis de la Fuente trotz des mageren WM-Starts nicht gefährdet ist, hat der tunesische Fußballverband nicht lange gefackelt und als Reaktion auf die herbe Niederlage im ersten Gruppenspiel gegen Schweden (1:5) Trainer Sabri Lamouchi entlassen. Nachdem entsprechende Spekulationen schon einige Stunden lang die Runde gemacht hatten, folgte die offizielle Bestätigung inklusive der Bekanntgabe des Nachfolgers.
Anstelle von Lamouchi wird der Franzose Hervé Renard am Sonntag im zweiten Gruppenspiel gegen Japan und auch danach gegen die Niederlande auf der Bank sitzen. Dann benötigen die Nordafrikaner wohl mindestens einen Sieg, um auf den Einzug in die K.o.-Phase hoffen zu dürfen. Keine einfache Mission für Renard, der erst am heutigen Dienstag seine erste Trainingseinheit leiten wird, somit nicht allzu viel Zeit zur Vorbereitung erhält.







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