
Wie zuletzt schon bei der WM 2022 in Katar findet auch bei der aktuellen Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada die heiße Phase ohne Gastgeber statt. Nach Kanada (0:3 gegen Marokko) und Mexiko (2:3 gegen England) erwischte es im Achtelfinale auch noch die dritte Host-Nation, die USA. Die Auswahl der Vereinigten Staaten konnten nach reichlich Aufruhr und Kontroversen zwar auf ihren besten Torschützen Folarin Balogun bauen, dessen Rotsperre von der FIFA auch auf Betreiben von US-Präsident Donald Trump auf Bewährung ausgesetzt wurde, doch selbst mit dem Top-Stürmer setzte es gegen Belgien eine deutliche 1:4-Niederlage.
Wie bei der ersten Heim-WM 1994, als der spätere Weltmeister Brasilien das Stoppschild setzte erwischte es die USA somit erneut im Achtelfinale, womit der ganz große Traum einigermaßen frühzeitig geplatzt ist – ohnehin aber aufgrund der starken Konkurrenz als nicht wirklich realistisch einzustufen war.
Nachdem Mexiko und die USA an England bzw. Belgien gescheitert sind, zudem Brasilien gegen Norwegen den Kürzeren gezogen hat, zeichnet sich ein von Europa dominierter Kampf um den WM-Titel ab. Einzig Marokko steht bislang als nicht-europäisches Land unter den letzten Acht, wird aber noch Gesellschaft erhalten – entweder aus Afrika oder Südamerika, treffen am heutigen Dienstag (18 Uhr MESZ) doch Ägypten und Argentinien aufeinander. Zudem könnte anschließend (22 Uhr) auch Kolumbien noch das Viertelfinale erreichen und verhindern, dass mit der Schweiz ein sechster Vertreter Europas ins Viertelfinale einzieht.
Aufgrund der Begegnungen zwischen Norwegen und England sowie Spanien und Belgien werden zwei europäische Teams definitiv auch im Halbfinale stehen. Möglich ist momentan aber mit Blick auf den Turnierbaum noch ein Finale ohne europäische Beteiligung mit Marokko auf der einen Seite sowie Ägypten, Argentinien oder Kolumbien auf der anderen.
Im Blickpunkt nach dem portugiesischen 0:1 gegen Spanien am Montagabend, das durch den goldenen Treffer von Mikel Merino erst in der Nachspielzeit auf bittere Art und Weise zustande gekommen ist, stand erwartungsgemäß ein schwer enttäuschter Cristiano Ronaldo, der mit 41 Jahren noch einmal angetreten ist, um den bisher unerfüllten Traum vom WM-Titel doch noch zu verwirklichen. Daraus wird nun aber nichts mehr und auch, wenn es offiziell noch nicht kommuniziert wurde, wäre es überraschend, wenn Ronaldo die EM 2028 ins Visier nehmen würde anstatt zurückzutreten.
Einen Schritt weiter ist Roberto Martinez, der nach dem Aus just gegen seine spanische Heimat als Nationaltrainer Portugals zurückgetreten ist. „Es ist das Ende eines Zyklus. Ich bin nach Portugal gekommen, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen – und ohne den Titel macht es keinen Sinn, weiterzumachen“, erklärte der 52-Jährige, der 2025 immerhin die Nations League gewonnen hatte.
Die Nachfolge scheint unterdessen schon geregelt. Wie mehrere Medien berichten, soll Jorge Jesus das Zepter übernehmen. Der 71-Jährige war zuletzt Trainer von Al-Nassr in Saudi-Arabien und damit nicht nur von Joao Felix, sondern auch von Cristiano Ronaldo. Ob diese Verbindung Auswirkungen auf die Zukunftspläne des einstigen Weltfußballers hat, bleibt abzuwarten.







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