
Nach dem ersten Ruhetag, den sich das am 11. Juni gestartete Mammut-Turnier gegönnt hat, beginnt am heutigen Donnerstag um 22 Uhr (MESZ) das Viertelfinale der WM 2026. In Boston stehen sich Frankreich und Marokko, einer von nur zwei im Wettbewerb verbliebenen Nicht-Europäern, gegenüber. In die Neuauflage des WM-Halbfinales von 2022, das die Equipe Tricolore mit 2:0 für sich entscheiden konnte, geht Frankreich als Favorit, wobei Marokko gezeigt hat, dass der vierte Platz vor dreieinhalb Jahren bei der Winter-WM in Katar kein Zufall war.
Bitter allerdings ist für die Atlas-Löwen gegen Frankreich der Ausfall von Ismail Saibari, der in allen Gruppenspielen getroffen und im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande beim erfolgreichen Elfmeterschießen seinen Strafstoß verwandelt hat.
Im Achtelfinale gegen Kanada (3:0) zog sich Saibari dann allerdings früh eine Muskelverletzung am Oberschenkel zu, die einen Einsatz nun gegen Frankreich nicht zulässt. Marokkos Trainer Mohamed Ouahbi hat aber die Hoffnung, dass die WM für den Neuzugang des FC Bayern München noch nicht beendet ist, wofür ein Weiterkommen gegen Frankreich aber zwingend wäre. Und das muss ohne Saibari gelingen, dessen Fehlen Ouahbi mächtig schmerzt: „Das ist problematisch, weil er durch sein Spiel ohne Ball viele Räume geschaffen hat, stark in der Ballabsicherung und den Kombinationen ist. Er ist zudem unser bester Abschlussspieler.“
Einen wenn auch kleineren Rückschlag muss auch Frankreich verkraften. Denn die FIFA hat einen französischen Protest gegen die zumindest umstrittene gelbe Karte, die Michael Olise in der Nachspielzeit des Achtelfinales gegen Paraguay (1:0) gesehen hatte, zurückgewiesen. Die Hoffnung, dass die Karte gestrichen würde, beruhte nicht zuletzt auf der wohl maßgeblich von US-Präsident Donald Trump beeinflussten Entscheidung der FIFA, die Rotsperre von US-Stürmer Folarin Balogun vor dem Achtelfinale gegen Belgien (1:4) auf Bewährung auszusetzen.
Olise muss nun vorsichtig sein, würde eine weitere Verwarnung gegen Marokko doch eine Sperre für das Halbfinale bedeuten. Gelingt es dem Offensivmann die Partie zu überstehen, wäre die Verwarnung aus dem Paraguay-Spiel Geschichte. Denn wie schon nach der Vorrunde werden auch nach dem Viertelfinale alle gelben Karten, die noch keine Sperre zur Folge hatten, gestrichen.
Die Anzahl der Trainerwechsel bei gescheiterten WM-Teilnehmern ist unterdessen weiter gewachsen. Der Rücktritt von Javier Aguirre als Trainer Mexikos ist bereits kurz nach der 2:3-Niederlage im Achtelfinale gegen England erfolgt. Nun steht auch fest, wer die Nachfolge antritt. Rafael Márquez, mexikanische Spielerlegende und zuletzt schon Co-Trainer Aguirres, wurde mit der Aufgabe betraut, El Tri zur WM 2030 zu führen.
Dann wird Mexiko zwar womöglich auf Kroatien treffen, aber nicht mehr auf Zlatko Dalic. Nach neun Jahren hat der 59-Jährige sein Amt niedergelegt, wird aber einen festen Platz in den Fußball-Geschichtsbüchern des kleinen Landes behalten. Denn mit der Generation um Luka Modric und Ivan Perisic wurde Kroatien 2018 Vize-Weltmeister und 2022 immerhin noch Dritter. Diesmal allerdings war im Sechzehntelfinale gegen Portugal auf durchaus unglückliche Art und Weise Schluss.







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