
Die WM 2026 hat ihren ersten Finalisten. Im ersten Halbfinale setzte sich am Dienstagabend Spanien mit 2:0 gegen die eigentlich leicht favorisierte Auswahl Frankreichs durch, die allerdings gegen einen defensiv fehlerfreien und offensiv zwei Mal eiskalten Europameister nicht die passenden Mittel fand. Auch die eigentlich so starke Offensive um Kylian Mbappé und Ousmane Dembelé blieb letztlich wirkungslos und ohne Treffer gegen die Iberer, die nun unabhängig vom Ausgang des zweiten Halbfinales zwischen England und Argentinien als Top-Favorit auf den Titel gelten.
Spaniens Trainer Luis de la Fuente zeigte sich nach der Partie beeindruckt von und voll des Lobes für seine Mannschaft: „Wir haben gegen eine der besten Nationalmannschaften der Welt gespielt, aber sie haben heute gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt“, so der 65-Jährige, der betonte, nun das Ergebnis einer längerfristigen Entwicklung zu sehen: „Als wir vor fast vier Jahren mit einer Idee begannen, sind wir dieser Idee treu geblieben, und sie hat uns bis hierher gebracht.“
Ganz anders war die Stimmung natürlich im französischen Lager, hatte sich die Equipe Tricolore doch nach ihren bisherigen Leistungen bei der WM und zuvor drei gegentorlosen K.o.-Spielen gute Chancen auf den dritten WM-Titel nach 1998 und 2018 ausgerechnet. Das plumpe Foul von Lucas Digne an Lamine Yamal, das Frankreich mit dem in der Folge von Mikel Oyarzabal verwandelten Elfmeter zur spanischen Führung auf die Verliererstraße brachte, war sicherlich ein wesentlicher Grund dafür, dass die Equipe Tricolore am Wochenende nur um den dritten Platz spielen darf.
An der Berechtigung des Elfmeters indes gab es keine Zweifel. Und dennoch übte Frankreichs Trainer Didier Deschamps auf der Pressekonferenz nach dem Spiel scharfe Kritik an Schiedsrichter Ivan Barton aus El Salvador, der freilich auch bei objektiver Bewertung keine groben Fehler gemacht hat. „Es gibt eine Frage, auf die ich keine Antwort habe. Hat der Schiedsrichter das Niveau für ein Halbfinale der Weltmeisterschaft? Ich werde auf die Frage nicht antworten“, so Deschamps, der vor allem in den ersten 45 Minuten unzufrieden war: „Vor der Pause gab es einige Entscheidungen, die mehr als fragwürdig waren.“
Letztlich zeigte sich Deschamps aber auch noch als fairer Verlierer und erkannte an, dass Spanien die bessere Mannschaft war: „Wir mussten einfach akzeptieren, dass wir heute nicht gut waren. Wir waren schwach. Der Gegner hat uns an unserem Spiel gehindert, aber wir waren auch technisch nicht so gut heute. Wir waren gezwungen zu verteidigen. Wir konnten ihnen nicht genug Probleme bereiten. Zuerst einmal war es unsere Schuld, ich will keine Ausreden suchen.“
Frankreich bleibt nun nur noch der Blick auf Samstag und die Chance, zumindest den dritten Platz zu ergattern. Dann wird Deschamps, dessen Abschied schon seit längerem klar ist, zum letzten Mal in der Verantwortung stehen.
Die Nachfolge des Weltmeister-Trainers von 2018 wird aller Voraussicht nach Zinedine Zidane antreten. Möglich, dass der französische Verband die Personalie zeitnah bestätigt.







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