

Die Hoffnung des SV Wehen Wiesbaden, nach dem in der 3. Liga verpatzten Saisonstart im DFB-Pokal Selbstvertrauen tanken zu können, hat sich am vergangenen Wochenende nicht erfüllt. Als klarer Außenseiter ins Spiel gegangen, schaffte es der SVWW anders als vor einem Jahr in Runde eins gegen den FC Bayern München (2:3) nicht, einem Top-Team aus der Bundesliga wirklich Paroli zu bieten und unterlag Bayer Leverkusen letztlich klar mit 0:4.
Und dennoch zogen Spieler wie Verantwortliche auch Positives aus den 90 Minuten gegen die Werkself. „Ich meine, wir hatten zur Pause ein Eckenverhältnis von 3:0 und einige Möglichkeiten in der Box, auch wenn daraus keine hundertprozentige Torchance entstanden ist. Der Glaube war da, dass wir unsere Möglichkeiten bekommen, wenn wir das Spiel lange beim 0:1 halten“, schilderte Trainer Daniel Scherning auf der Vereinshomepage noch die in der Halbzeit vorhandene Zuversicht, bevor dann aber der Elan mit dem 0:2 weitgehend erlosch: „Das zweite Gegentor hat uns dann sicherlich ein bisschen den Stecker gezogen.“
Youngster Ben Nink, der auf der rechten Abwehrseite den von muskulären Problemen geplagten Philipp Hercher sehr ansprechend vertrat, äußerte nach dem Pokalspiel die Hoffnung, das gezeigte Engagement nun auch im Liga-Alltag an den Tag legen und in die Spur finden zu können: „Bei solchen Partien kommt es auf die grundlegenden Tugenden an. Die haben wir über weite Strecken auf den Platz gebracht. Wenn uns das auch in der Liga gelingt, werden wir dort gute Ergebnisse erzielen.“
Nink war einer von insgesamt sechs Spielern, die im Vergleich zum schwachen Auftritt bei den Würzburger Kickers (0:4) neu in die Startelf gerückt waren. Wie Nink wusste vor allem auch der 21-jährige Noah Brdar zu überzeugen, der im Tor den Vorzug vor Florian Stritzel erhielt. Ob Coach Scherning nun am Samstag im Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen wieder auf die gestandenen Alternativen vertraut oder der Jugend die nächste Gelegenheit gibt, bleibt noch abzuwarten.
Sicher ist hingegen, dass Jakob Lewald am Samstag definitiv keine Option mehr darstellt. Der 27 Jahre alte Innenverteidiger löste seinen Vertrag in Wiesbaden nur ein Jahr nach seiner Verpflichtung vom SV Sandhausen auf eigenen Wunsch hin auf und heuert eine Spielklasse tiefer bei den Offenbacher Kickers an.
Neu beim SVWW ist derweil mit Roberto Massimo ein Außenbahnspieler, der über Bundesliga-Erfahrung verfügt. Der 25-Jährige, der für den VfB Stuttgart 58 Mal im Oberhaus auflief, wurde bis zum Ende der Saison von Gornik Zabrze ausgeliehen. In Polen kam Massimo zwar in der Liga nicht über eine Nebenrolle hinaus, avancierte dafür aber im Pokalfinale mit dem Führungstreffer beim 2:0-Sieg gegen Rakow Czestochowa zum Helden.
In Wiesbaden will der Deutsch-Italiener nun vor allem wieder regelmäßig spielen und soll für neuen Schwung sorgen, wie Geschäftsführer Uwe Stöver erklärte: „Mit seiner Dynamik, seinem Tempo und seiner Variabilität gibt er uns zusätzliche Optionen in unserem Offensivspiel. Wir sind überzeugt, dass er mit seinen Qualitäten gut zu unserer Spielidee passt, und freuen uns, dass wir ihn für den SVWW gewinnen konnten.“






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