
Anstatt nach der im Mai 2025 gegen Eintracht Braunschweig knapp verlorenen Relegation erneut um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitzuspielen, musste der 1. FC Saarbrücken in der vergangenen Saison lange bangen und sogar den Sturz in die Regionalliga fürchten, ehe unter dem im Februar verpflichteten Trainer Argirios Giannikis zumindest ohne Zittern bis zum Schluss der Klassenerhalt geschafft wurde.
Die Dinge einfach so weiterlaufen lassen wollte der saarländische Traditionsklub indes dennoch nicht und hat im Sommer einen Umbruch vollzogen. Giannikis und der neue Sportvorstand Markus Thiele bauten einen neuen, deutlich jüngeren Kader, bei dem eine gewisse Anlaufzeit zu erwarten war, der nun aber nach vier Spieltagen auf dem zweiten Tabellenplatz steht und sogar schon eine gewisse Resilienz nachgewiesen hat.
Mit Siegen gegen Rot-Weiss Essen (5:2) und beim SSV Jahn Regensburg (1:0) legte der FCS einen perfekten Start hin, musste dann aber in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hertha BSC ein unglückliches Aus im Elfmeterschießen wegstecken und verlor danach ebenfalls im eigenen Stadion auch gegen Hansa Rostock mit 2:4. Die Reaktion auf diese beiden Rückschläge allerdings fiel nun am Wochenende höchst beeindruckend aus. Beim SV Meppen, der zuvor immerhin zwei seiner drei Spiele nach dem Aufstieg gewonnen und vor allem mit einem 3:0-Sieg bei Alemannia Aachen hatte aufhorchen lassen, gelang Saarbrücken ein bemerkenswerter 6:1-Auswärtssieg.
„Das war ein Entwicklungsschritt und bestätigt uns für unseren Weg. Wir lernen dazu, können Rückschläge verkraften und haben uns nach der Niederlage gegen Rostock wirklich gut präsentiert“, freute sich Trainer Giannikis über den Erfolg in Meppen und insbesondere das deutlich verbesserte Verhalten bei Standardsituationen. „Das war ein sehr guter Auftritt von uns. Im Vergleich zu vergangener Woche haben wir die Ecken gut verteidigt und insgesamt vieles gut gemacht“, so Giannikis, der zudem erfreut zur Kenntnis nehmen durfte, dass der eigene Führungstreffer in Meppen durch Simon Voet nach einer Ecke fiel.
Nicht nur der Trainer, sondern auch die Mannschaft war zufrieden damit, die zu Hause erlittenen Pleiten erfolgreich gekontert zu haben. Stellvertretend äußerte sich der vom 1. FSV Mainz 05 ausgeliehene Daniel Gleiber gegenüber Bild und verriet, dass die Spieler selbst unbedingt eine passende Antwort geben wollten: „Wir haben uns nach der letzten Woche geschworen, eine Reaktion zu zeigen. Das haben wir nicht nur mit Toren, sondern auch der mit der Leistung und in jedem Zweikampf getan.“
Für überbordende Euphorie ist es aktuell zwar noch etwas früh, aber dennoch gibt es einige Argumente, um in Bezug auf den 1. FC Saarbrücken zuversichtlich nach vorne zu blicken. Erst einmal soll aber der positive Start bis zur Länderspielpause bestätigt werden. Mit Heimspielen gegen den FC Ingolstadt und die SG Sonnenhof Großaspach sowie dazwischen einer Partie bei Preußen Münster scheint das Programm durchaus machbar – und die Chance, dass der FCS danach auch Ende September noch sehr weit oben in der Tabelle steht, intakt.







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