
Nach den Plätzen neun und acht in den vergangenen beiden Jahren ist der SV Wehen Wiesbaden ins laufende Spieljahr ambitioniert gestartet, mehr oder weniger offen mit dem Ziel, im dritten Jahr nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga die Rückkehr ins Unterhaus des deutschen Fußballs ins Visier zu nehmen. Zumindest der Auftakt dieser Mission ist mit nur fünf Punkten aus den ersten sieben Spielen gründlich daneben gegangen, sodass der SVWW die erste Länderspielpause der Saison auf einem schwer enttäuschenden 19. Tabellenplatz verbringen musste.
Die Reißleine gezogen haben die Verantwortlichen um Geschäftsführer Uwe Stöver indes schon nach fünf Spieltagen und durften nach dem Aus von Trainer Daniel Scherning gleich bei der Premiere des Interimsduos Frank Steinmetz und Giuliano Modica einen 2:0-Auswärtssieg bei Fortuna Köln bejubeln. Mit einem 1:4 gegen den MSV Duisburg folgte die kalte Dusche aber auf den Fuß. Unabhängig davon war schon wegen der fehlenden Fußball-Lehrer-Lizenzen klar, dass Steinmetz und Modica keine Dauerlösung werden. Vielmehr präsentierte der SVWW zu Beginn der Länderspielpause mit Jochen Seitz einen neuen Chefcoach, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils mit dem 1. FC Lok Leipzig Meister der Regionalliga Nordost wurde, allerdings anschließend beide Male in der Aufstiegsrelegation scheiterte und in der Folge seinen Rücktritt erklärte.
Ex-Profi Seitz weiß natürlich um die Schwere der Aufgabe, die ihn in Wiesbaden in mehrfacher Hinsicht erwartet. So sind fünf erzielte Tore die schwächste Ausbeute der gesamten 3. Liga und auch 13 Gegentreffer in sieben Spielen schreien nach einer Stabilisierung der Defensive.
Letzteren Punkt hat sich Seitz in seinen ersten Einheiten mit der Mannschaft besonders vorgenommen und konnte nach einem Testspiel am Freitag gegen den Karlsruher SC schon Fortschritte erkennen. „Ich bin grundsätzlich zufrieden mit der Mannschaft. Wir haben uns in den vergangenen zwei Wochen intensiv mit der Defensivarbeit beschäftigt, weil wir in der Liga zu viele Tore kassiert haben. Das hat in den ersten 30 Minuten hervorragend funktioniert, und auch unser Umschaltspiel war gut“, freute sich der 49-Jährige trotz der 1:2-Niederlage gegen den Zweitligisten über die Vorstellung seiner Elf über „eine gute Basis, auf der in der bevorstehenden Trainingswoche aufgebaut werden soll – unter anderem mit einem klareren und vor allem effektiveren Offensivspiel.
Seinen Einstand auf der Wiesbadener Trainerbank feiert Seitz am Sonntag im Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt, womit es in dieser Begegnung gleich zu zwei Trainerdebüts kommt. Denn bei den Schanzern sitzt nach der Trennung von Sabrina Wittmann erstmals Achim Beierlorzer in verantwortlicher Position auf der Bank.
Ungeachtet dessen reist der SVWW sicherlich mit dem Ziel nach Oberbayen, dort dreifach zu punkten. Setzt es hingegen eine erneute Enttäuschung, wäre ein längerer Aufenthalt im Tabellenkeller kaum noch zu vermeiden.






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