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Natürlich waren es nicht die ganz hohen Hürden, aber dennoch hat Fortuna Düsseldorf in der Länderspielpause mit deutlichen Siegen im Landespokal gegen Schwarz-Weiß Alstaden (12:0) und gegen den Düsseldorfer SC 99 (10:0) Selbstvertrauen tanken können. Die Hoffnung, nach den drei Wochen Pause richtig durchstarten und mit etwas Verspätung der Einstufung als Aufstiegsfavorit Nummer eins gerecht werden zu können, hat sich allerdings dann nicht erfüllt.
Gegen den SC Verl ging die Fortuna durch Tim Oberdorf und Jorrit Hendrix zwar zwei Mal in Führung, kassierte aber jeweils den Ausgleich und tritt nach dem insgesamt enttäuschenden 2:2 im Mittelfeld der Tabelle weiter auf der Stelle. Von Spitzenreiter MSV Duisburg trennen die Rheinländer bereits zehn Punkte und auch Überraschungsteam Viktoria Köln auf Rang zwei hat schon sieben Zähler mehr auf dem Konto. Bei noch 30 ausstehenden Spieltagen sind beides einerseits keine unüberwindbaren Hürden, aber andererseits wachsen im Umfeld die Zweifel daran, dass sich in der vorhandenen Konstellation die angepeilten und letztlich aus wirtschaftlichen Gründen auch nötigen Erfolge noch einstellen. So waren in der Schlussphase der Partie gegen Verl die Rufe von größeren Teilen der insgesamt 24.000 Zuschauer in der Merkur-Spiel-Arena nach einer Trennung von Trainer Alexander Ende nicht zu überhören.
Ende machte nach der Partie kein Geheimnis daraus, die Rufe auch vernommen zu haben: „Angenehm ist es nicht, keiner hört so etwas gerne“, so der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer, der indes durchaus Verständnis durchklingen ließ: „Wir sind ein ambitionierter Klub, und in dieser Phase ist die Enttäuschung vielleicht bei einigen da. Wenn Enttäuschung kommt, dann gibt es manchmal dieses Ventil.“
Großartig beschäftigen will sich der Fortuna-Coach mit dem Unmut der Anhänger allerdings nicht, sondern richtet den Fokus direkt auf die nächsten Aufgaben. Das freilich ist auch zwingend nötig, da bereits am Mittwoch das Gastspiel bei Preußen Münster wartet und damit ein spannungsgeladenes Westduell, in dem Ende zum zweiten Mal in Folge auf einen Ex-Klub trifft.
Geht es für die Fortuna auch in Münster schief, wäre vor dem folgenden Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Saarbrücken bereits enormer Druck vorhanden. Obwohl die Vereinsführung im Sommer die Entscheidung mit voller Überzeugung getroffen hat, trotz seiner gescheiterten Rettermission weiter auf Ende auf der Trainerbank zu vertrauen, könnte die Geduld zu Ende gehen, wenn die aktuelle Englische Woche mit Misserfolgen abgeschlossen wird.
Gründe für die Unruhe in Düsseldorf gibt es einige. Natürlich das eigene Selbstverständnis, dass die Fortuna nicht in die 3. Liga gehört, sondern eigentlich erstklassig spielen müsste. Noch mehr aber die angespannte Gesamtsituation des Vereins, der schon nach dem völlig unerwarteten Sturz in die Drittklassigkeit den Gürtel deutlich enger schnallen musste und der nicht die Mittel dafür hätte, mit dem gleichen Etat wie aktuell in eine weitere Drittliga-Saison zu gehen. Sprich: gelingt der Aufstieg nicht, wären Leistungsträger wie Top-Talente kaum zu halten und die Mission Wiederaufstieg würde im folgenden Jahr kaum einfacher.






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