

Weil in der ersten Runde Bayer Leverkusen (0:4) dann doch mindestens eine Nummer zu groß war, kann der SV Wehen Wiesbaden in dieser Woche ohne Zusatzbelastung durch den DFB-Pokal den Fokus ganz auf die anstehenden Aufgaben in der 3. Liga richten und an weiteren, zuletzt schon unverkennbaren Fortschritten arbeiten.
Seitdem Jochen Seitz in der Länderspielpause das Kommando übernommen hat, fuhr der SVWW aus vier Partien zehn Punkte ein – zuvor waren es in sieben Begegnungen lediglich fünf Zähler. Beginnend mit einem Erfolg beim FC Ingolstadt (4:2) über einen Heimsieg gegen Alemannia Aachen (3:0), ein 0:0 beim SSV Jahn Regensburg und das Weiterkommen im Landespokal bei der SG Bornheim Grün-Weiß (3:1) erreichte die Entwicklung am vergangenen Wochenende mit dem 7:1-Kantersieg gegen die SG Sonnenhof Großaspach einen vorläufigen Höhepunkt.
Wehen Wiesbaden ist durch den Zwischenspurt aus dem Tabellenkeller auf Platz zehn geklettert, bei nur zwei Punkten Rückstand auf den viertplatzierten 1. FC Saarbrücken. Bis zu Rot-Weiss Essen auf Relegationsrang drei sind es zwar noch sechs Zähler, doch dank der jüngsten Erfolgsserie ist die Zuversicht zurück, im Laufe der Saison noch ganz vorne mitmischen zu können – und nichts anderes ist trotz des Fehlstarts unter dem in der Folge freigestellten Trainer Daniel Scherning weiterhin das Ziel.
„Der SV Wehen Wiesbaden steht für Ambitionen. Ich bin 2024 mit Blick auf die kommenden drei Jahre und dieser Zielsetzung angetreten: Konsolidieren, Angreifen, Aufsteigen“, ließ Geschäftsführer Uwe Stöver nun im kicker keinen Zweifel an den nach wie vor großen Ambitionen: „Ich bin der festen Überzeugung, dass das realistische Ziele sind für diesen Verein. Mit unserem Kader sind wir einer von sieben bis acht Klubs, die um das Ziel Aufstieg spielen können. Demzufolge finde ich es gut, klar zu artikulieren, wo wir hinwollen, um Orientierung und Fokus zu behalten.“
Gleichzeitig ist Stöver überzeugt davon, dass der Verein trotz eines im Vergleich zu vielen auch in der 3. Liga spielenden Traditionsklubs das Zeug dazu hätte, sich in der 2. Bundesliga zu etablieren: „Der SV Wehen Wiesbaden hat definitiv das Potenzial, dauerhaft als Zweitligist unterwegs zu sein. Mit sehr professionellen Strukturen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, die den Verein auch in der 2. Liga als Aufsteiger direkt wettbewerbsfähig machen würden.“
Vor der zweiten Länderspielpause der Saison hat der SVWW beim SC Verl und gegen den TSV Havelse noch zwei Aufgaben vor der Brust, die als lösbar eingestuft werden können, sind beide Gegner doch im hinteren Drittel der Tabelle zu finden.
Der Kantersieg gegen ein schwaches Großaspach sollte zwar nicht der Maßstab sein, doch mit einem ähnlichen Auftreten wie in den ersten Wochen unter Trainer Seitz, der mit seinen Umstellungen eine Reihe von Spielern schnell besser gemacht hat, sind sechs Zähler aus den beiden Begegnungen keine Utopie. Und dann wäre die Lücke zu den angepeilten Aufstiegsrängen wohl wieder ein Stück kleiner geworden.






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