
Mit Siegen gegen die TSG Hoffenheim II (3:2) und beim 1. FC Saarbrücken (4:2) ist der MSV Duisburg hervorragend aus der ersten Länderspielpause der Saison gekommen. Seitdem allerdings blieben die Zebras nun schon drei Mal in Folge sieglos und mussten am Wochenende die Tabellenführung an Viktoria Köln abtreten.
Nach einem 1:1 im direkten Duell gegen das Überraschungsteam aus Köln verlor Duisburg beim FC Ingolstadt mit 1:2 und verspielte nun am Samstag gegen den VfB Stuttgart II (3:3) sogar eine 3:0-Führung. Durch einen Doppelpack von Lex Tyger Lobinger sowie einen Treffer von Aljaz Casar lag der MSV gegen die schwäbische Bundesliga-Zweitvertretung bereits nach elf Minuten mit 3:0 vorne und verpasste weitere Tore, geriet dann aber mit dem Platzverweis für Tobias Fleckstein wegen einer Notbremse in der 39. Minute aus der Bahn und kassierte schlussendlich in der dritten Minute der Nachspielzeit noch den bitteren Ausgleich.
Natürlich waren anschließend die Unzufriedenheit und der Frust enorm, aber Torjäger Lobinger wollte weder Rotsünder Fleckstein die Schuld für den aus der Hand gegebenen Sieg in die Schuhe schieben noch generell die Nerven verlieren: „Wir dürfen uns nicht verrückt machen. Jetzt haben wir die Tabellenführung abgegeben, dann ist das so. Das soll uns noch mehr anspornen, dass wir stärker zurückkommen“, blickt der Angreifer auch schon wieder nach vorne.
Als nächste Aufgabe wartet am Samstag das Gastspiel bei Preußen Münster, wo Trainer Dietmar Hirsch seine Abwehr aufgrund der Sperre von Fleckstein umbauen muss. Martin Ens ist ein Kandidat, aber auch Rasim Bulic könnte aus dem defensiven Mittelfeld in die letzte Reihe gezogen werden, würde dann allerdings auf seiner Stammposition fehlen.
Weil die Personaldecke im Abwehrzentrum seit dem späten Abgang von Alexander Hahn zum 1. FC Bocholt nur noch dünn ist, gilt schon seit längerem als wahrscheinlich, dass der MSV auf dem winterlichen Transfermarkt einen Innenverteidiger hinzuholen will. Sportchef Chris Schmoldt hat entsprechende Überlegungen bereits bestätigt.
Klar dürfte sein, dass es sich bei einem Neuzugang nicht um einen Ergänzungsspieler handeln soll, sondern möglichst eine richtige Verstärkung kommen soll. Idealerweise sollte der neue Abwehrspieler auch Leaderqualitäten mitbringen, um die seit dem Abgang von Hahn bzw. dessen vorheriger Versetzung ins zweite Glied nicht wirklich besetzte Rolle des Abwehrchefs neu auszufüllen. Dafür spricht auch der Verzicht darauf, den in der ersten Länderspielpause im Training getesteten Jonas David mit einem Vertrag auszustatten, der auch außerhalb der Transferperioden hätte verpflichtet werden können. Der 26-Jährige hätte nach längerer Verletzungspause aber einige Zeit benötigt, um zu einer Alternative zu werden und wäre auch nicht zwingend eine wesentliche Verstärkung gewesen.
Die sechs Spieltage bis zur Winterpause muss der MSV indes noch mit dem bisherigen Personal auskommen und es damit schaffen, eine noch immer gute Ausgangsposition im Rennen um den Aufstieg nicht weiter zu beschädigen. Bei nur noch zwei Punkten Vorsprung auf Platz drei sollten die Zebras jedenfalls erst einmal nicht mehr viele Federn lassen, um nicht vom Gejagten zum Jäger zu werden.






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