Usain Bolt: Eine Rekord-Karriere im Schnelldurchlauf

Es werden Tränen kullern, so viel ist sicher. Usain Bolt steht mit nur 30 Jahren kurz vor seinem Karrierende. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London (4. – 13. August) gibt der schnellste Mann der Welt seinen Ausstand. Seine Karriere war ein einziges Hoch. Seit 2008 dominierte er die Sprinter-Welt und stellte dabei zahlreiche Rekorde auf.

Achtfacher Olympiasieger, elffacher Weltmeister, Rekordhalter über 100 Meter und 200 Meter, vierfacher Weltsportler des Jahres – Usain Bolt ist eine wahre Leichtathletik-Legende. Doch der Moment, in dem es ein Macht-Vakuum in der männlichen Sprinter-Szene gibt, ist bald gekommen. Denn der 30-Jährige hat angekündigt, nach der WM im August in London seine Karriere zu beenden. „Je älter du wirst, desto mehr musst du opfern. Und um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass ich diese Disziplin habe“, hatte Bolt im November dem englischen TV-Sender Sky gesagt.

Mit offenem Schuh zum Weltrekord

Das erste große Ausrufezeichen in seiner Karriere setzte er bereits im Alter von 17 Jahren im Jahre 2004. Damals lief er als erster Junior die 200 Meter-Distanz in unter 20 Sekunden. Bis heute sind seine 19,93 Sekunden der Junioren-Weltrekord auf dieser Strecke.

Seinen erste Bestmarke bei den „Großen“ erreichte er im Mai 2008. Damals lief er auf 100 Metern 9,72 Sekunden verbesserte damit den bis dahin gültigen Weltrekord seines Landsmannes Asafa Powell. Nur wenige Monate später pulverisierte er diese Zeit jedoch schon wieder. Bei den Olympischen Spielen in Peking wurde er nicht nur erster jamaikanischer Olympiasieger über 100 Meter, sondern lief auch noch 9,69 Sekunden. Sein Top-Speed bei diesem Lauf betrug 43,9 km/h! Kurios: Schon früh auf den 100 Metern hatte sich sein Schnürsenkel gelöst. Er wäre somit eigentlich noch schneller gewesen.

Sternstunde in Berlin

In den Folgemonaten knackte er einen Rekord nach dem nächsten. Seinen Zenit erreichte er im Jahr 2009, als er die 100 Meter-Strecke bei den Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion in 9,58 Sekunden bewältigte. Bis heute ist die Marke unerreicht. Ganz dem James-Bond-Titel „Die Welt ist nicht genug“ entsprechend, legte er in Berlin auch noch einen Weltrekord über 200 Meter hin. Auch die Fabelzeit von 19,19 Sekunden knackte bis heute keiner.

Bei den Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zwischen 2008 und 2016 gelang es niemandem, Usain Bolt zu schlagen. Und trotzdem sammelte er nicht alle Titel. Bei der WM 2011 in Daegu wurde er im Finale über 100 Meter wegen eines Fehlstarts disqualifiziert. Sein Landsmann Yohan Blake (9,92 Sek.) holte sich stattdessen den Titel. Doch sowohl bei den Weltmeisterschaften 2009, 2013 und 2015 sowie den Olympischen Spielen 2008, 2012 und 2016 schnappte sich Bolt seinen Dreifach-Triumph über 100 und 200 Meter sowie mit der Staffel über 4x 100 Meter.

Skoliose und 4,28 Schritt pro Sekunden

Umso bemerkenswerter wird die Weltrekord-Karriere von Bolt, wenn man beachtet, dass der Jamaikaner seit seiner Kindheit an Skoliose, einer Verkrümmung der Wirbelsäule leidet. Seit 2004 ist er in regelmäßiger Behandlung beim deutschen Star-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Auch aktuell leidet er unter Rückenproblemen, weshalb er auch ankündigte erneut nach München zu Dr. Müller-Wohlfahrt zu reisen und bei der WM in London auf seine Lieblingsstrecke über 200 Meter zu verzichten. Trotzdem werden die Spiele in der englischen Hauptstadt zu den Bolt-Festspielen mutieren. Verdient hat er es sich. Schließlich ist er der beste Sprinter aller Zeiten!

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