TSV 1860 München: Der Fünffach-Abstieg ist perfekt

Das ist der Supergau schlechthin. Der TSV 1860 München hat wohl das schwärzeste Jahr seiner Vereinsgeschichte hinter sich. Nach einem 0:2 im Relegationsrückspiel gegen den SSV Jahn Regensburg müssen die Löwen den bitteren Gang in die dritte Liga antreten – erstmals seit 24 Jahren sind sie nicht in den obersten beiden Spielklassen vertreten. Es ist nicht der einzige Abstieg des Klubs. Durch den Niedergang der Profis muss auch die U23 von der Regionalliga in die Oberliga runter, die U19 und U17 verabschiedeten sich sang- und klanglos aus der Junioren-Bundesliga und auch die U16 konnte nicht die Klasse halten.

Trauerzeit in München – der FC Bayern gewinnt nur die Meisterschaft, verspielt den DFB-Pokal und die Champions League. Noch viel schlimmer hat es jedoch den TSV 1860 München getroffen. Die fünf höchsten Mannschaften des Münchner Traditionsvereins konnten in der abgelaufenen Spielzeit nicht die Klasse halten, mussten Abstiege hinnehmen.

Pereira mit 1,05 Punkten pro Spiel

Das Chaos wird durch die Rücktritte von Geschäftsführer Ian Ayre und Präsident Peter Cassalette abgerundet. Ayre war erst im April vom FC Liverpool in die bayrische Landeshauptstadt gelotst worden, stellte sein Amt schon vor dem entscheidenden Spiel gegen Regensburg zur Verfügung und war bereits bei der Schicksalspartie nicht mehr im Stadion. Präsident Cassalette wolle einem Neuanfang in der 3. Liga nicht im Wege stehen, ließ es am Dienstagabend nach dem Abstieg.

Auch bei Trainer Vitor Pereira hört sich alles nach Abschied an, nachdem er das Projekt 1860 München für gescheitert erklärte. Schaut man jedoch auf die Bilanz des eigenwilligen Portugiesen, der über keinerlei Deutschkenntnisse verfügt und immer mit einem Dolmetscher an seiner Seite auftauchte, ist dies jedoch kein Verlust. In 20 Pflichtspielen bringt er es gerade einmal auf sechs Siege und drei Remis. Dem gegenüber stehen elf Niederlagen, darunter die peinlichen Pleiten im Pokal bei den Sportfreunden Lotte (0:2) und in der Relegation gegen Regensburg (0:2). Schlussendlich kommt Pereira nur auf einen Punkteschnitt von 1,05 pro Partie.

Fast 10 Millionen Euro Transferausgaben

An der finanziellen Unterstützung kann es wahrlich nicht gelegen haben. Nach Zweitliga-Meister VfB Stuttgart (19,65 Millionen Euro) gaben die Löwen in der laufenden Saison das meiste Geld für neue Spieler aus. Insgesamt 9,35 Millionen Euro investierten sie in frische Kräfte, rund 2,75 Millionen Euro davon durfte Pereira im Winter unter die Vereine dieser Welt bringen.

Von diesen Dimensionen können sich die Löwen in Zukunft erst einmal verabschieden. In der 3. Liga muss gespart werden. Der Abstieg wird den TSV 1860 noch weiter in die Arme von Investor Hasan Ismaik treiben, denn die Fernsehgeld in Liga 3 betragen nur noch eine Millionen Euro, in der 2. Bundesliga wäre es noch sechs Millionen Euro gewesen. Zudem muss 1860-Vermarkter Infront eine Garantiesumme in Höhe von fünf Millionen Euro nicht mehr zahlen. Unterm Strich stehen die Münchner vor ihrer ersten Drittliga-Saison seit 24 Jahren, haben weder Geschäftsführer, Präsident noch Trainer und müssen mit zehn Millionen Euro weniger Festeinnahmen planen. Bei diesen Voraussetzungen kann man nur hoffen, dass die Löwen nicht dem Beispiel des SC Paderborn oder FSV Frankfurt folgen. Beide Klubs stiegen zunächst aus der 2. Bundesliga ab, nur ein Jahr später konnten sie auch in der 3. Liga nicht die Klasse halten.

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