
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der TSV 1860 München die Saison auf dem aktuellen achten Tabellenplatz oder in dessen unmittelbarer Nähe beenden wird. Weil die im vergangenen Sommer durchaus großen Aufstiegshoffnungen abermals zeitig geplatzt sind, richtet sich an der Grünwalder Straße der Blick zwar schon auch noch auf die letzten drei Spiele, noch mehr aber bereits auf das kommende Spieljahr, in dem die Löwen einen weiteren Anlauf unternehmen werden, der 3. Liga zu entrinnen.
Diese Mission wird der TSV 1860 wieder mit einem deutlich veränderten Kader in Angriff nehmen. Mit Maximilian Wolfram, David Philipp, Morris Schröter, Thore Jacobsen, Raphael Schifferl und Jesper Verlaat erhalten sechs gestandene Profis keine neuen Verträge und sind damit in wenigen Wochen Geschichte an der Grünwalder Straße.
„Das ist im Einzelfall menschlich immer eine sehr schwere Entscheidung. Aber am Ende des Tages müssen wir sie treffen, um aus unserer Sicht in der kommenden Saison sportlich erfolgreich sein zu können“, begründete Geschäftsführer Manfred Paula die Trennung von diesem Sextett rein rational.
Neue Verträge haben unterdessen mittlerweile Torwart Thomas Dähne und der momentan nach einem Kreuzbandriss an seinem Comeback arbeitende Mittelfeldregisseur Tunay Deniz unterschrieben. Offen ist die Zukunft darüber hinaus nicht nur von Akteuren mit ebenfalls auslaufenden Arbeitspapieren wie Tim Danhof, sondern auch von Sean Dulic und Sigurd Haugen, die eigentlich noch länger gebunden sind, aber auch andernorts Aufmerksamkeit erregt haben.
Nach Clemens Lippmann, den die Löwen gerne gehalten hätten, den es aber wohl ablösefrei zum SC Paderborn zieht, sind weitere Abgänge, die aus sportlicher Sicht schmerzen, möglicherweise nicht zu vermeiden.
Innenverteidiger Dulic besitzt sogar noch einen Vertrag bis 2028, hat sich aber mit seinen Leistungen vor einer gerade überwundenen, viermonatigen Verletzungspause sowohl im Trikot der Löwen als auch der deutschen U20-Nationalmannschaft auf den Schirm höherklassiger Vereine gespielt. Der in München geborene Deutsch-Bosnier verwies gegenüber dem kicker auf die Frage nach seiner Zukunft auf seinen noch laufenden Vertrag, blieb indes auch ein klarer Bekenntnis zu den Löwen schuldig und könnte wieder einmal ein Talent aus dem Sechzig-Nachwuchs sein, das eine hohe Ablöse in die Kassen spült.
Definitiv einen Markt oberhalb der 3. Liga hat Torjäger Haugen, der in 32 Einsätzen 15 Tore erzielt und drei weitere vorbereitet hat. Der 28 Jahre alte Norweger wurde zuletzt nicht nur schon mit Dynamo Dresden und Holstein Kiel in Verbindung gebracht, sondern sogar schon in Dresden gesichtet. Der Grund des Besuchs in Elbflorenz soll zwar die Freundschaft zum ehemaligen Mitspieler und aktuellen Dynamo-Profi Nils Fröling gewesen sein, doch sind für Haugen höherklassige Angebote zu erwarten.
Angesichts eines 2027 auslaufenden Vertrag käme 1860 kaum umhin, sich mit lukrativen Offerten zu beschäftigen, wobei Geschäftsführer Paula kein Geheimnis daraus macht, Haugen am liebsten weiter im Kader zu haben: „Es ist klar, dass ein Spieler wie Siggi, der in dieser Saison glänzende Auftritte hingelegt hat, Begehrlichkeiten und Interesse anderer Vereine und höherklassiger Klubs weckt. Tatsache ist aber auch, dass er bei uns für die kommende Saison einen Vertrag hat und sich selbst dahingehend geäußert hat, dass er sich bei uns wohlfühlt und gerne den Weg mit der Mannschaft weitergehen möchte.“







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