
Es war kein Spektakel und auch kein Fußballfest, vielmehr über weite Strecken zäh und durchaus auch langweilig, doch am Ende interessiert es in Kanada niemanden mehr, wie am Sonntagabend der Einzug ins Achtelfinale der WM 2026 gelungen ist. Als die 69.237 Zuschauer im SoFi Stadium in Los Angeles ebenso wie die vielen Fans weltweit an den TV-Geräten schon eine Verlängerung und weitere 30 ereignisarme Minuten befürchten mussten, avancierte Stephen Eustaquio zum Helden.
Eine schlechte südafrikanische Kopfballabwehr landete in zentraler Position bei Eustaquio und der 29-Jährige nutzte die Gelegenheit, um aus rund 18 Metern zum goldenen Tor zu vollstrecken und Kanada in die Runde der letzten 16 zu schießen.
Außer Frage steht indes, dass die kanadische Auswahl am Samstag um 19 Uhr (MESZ) in Houston als Außenseiter ins Achtelfinale gehen wird, wartet dann doch der Sieger des Duells zwischen der Niederlande und Marokko auf den Co-Gastgeber.
Mit dem kanadischen Erfolg über Südafrika hat das erste Sechzehntelfinale der WM-Geschichte begonnen und wird am heutigen Montag bzw. in der Nacht auf Dienstag europäischer Zeit richtig Fahrt aufnehmen. Den Auftakt macht um 19 Uhr die mit Spannung erwartete Paarung Brasilien gegen Japan. Die Selecao ist als Rekordweltmeister zwar in der Favoritenrolle, doch Japan ist alles andere als Laufkundschaft und mutmaßlich dazu in der Lage, die Begegnung offen zu gestalten und auch zu gewinnen.
Weiter geht es dann um 22.30 Uhr mit der Partie Deutschland gegen Paraguay, bei der zwangsläufig Erinnerungen an die WM 2002 aufkommen. Damals trafen beide Nationen ebenfalls in der ersten K.o.-Runde aufeinander, die vor 24 Jahren freilich noch das Achtelfinale war. Durch ein Tor von Oliver Neuville in der 88. Minute setzte sich Deutschland durch und marschierte anschließend bis ins Endspiel, wo erst Brasilien das Stoppschild setzte.
Und schließlich erfolgt um 3 Uhr nachts der Anpfiff zu Niederlande gegen Marokko. Beide Mannschaften sind zwar keine Top-Favoriten, gehören aber zum Kreis der Teams, denen das Halbfinale zugetraut wird. Für einen der beiden geht die WM aber definitiv vorzeitig zu Ende.
Bereits nach der Vorrunde beendet war die WM 2026 für Schottland und Südkorea, die beide ihre Gruppe als Tabellendritter abschlossen, allerdings nicht zu den besten acht Gruppendritten gehörten. Bei beiden Mannschaften stehen nun größere Veränderungen an, allen voran auf dem Trainerposten.
Der nur wenige Minuten, nachdem das schottische Aus final war, erklärte Steve Clarke nach sieben Jahren seinen Rücktritt. Trotz der Enttäuschung über das frühe WM-Aus betonte Verbandsboss Ian Maxwell die Verdienste Clarkes: „Von den Anfängen als Team im vierten Lostopf im Jahr 2019 bis zum ersten Platz in unserer WM-Qualifikationsgruppe hat er den Auftrag, Schottland wieder zu einem großen Turnier zu führen, mehr als erfüllt.“
Bei Südkorea ist Myung-bo Hong, der bereits zwischen Juni 2013 und Juli 2014 in der Verantwortung stand, Geschichte. Der in der Heimat stark kritisierte Hong zog nach zwei Jahren im Amt einen Schlussstrich und macht Platz für einen Neuanfang.







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