
Natürlich ist die Erinnerung daran noch vorhanden, dass am Ende der vergangenen Saison der Durchmarsch in die 2. Bundesliga nur ganz knapp verpasst wurde und am letztem Spieltag beim Pfostenschuss von Rasim Bulic gegen Viktoria Köln (1:1) nur wenige Zentimeter fehlen, um zumindest die Relegation zu erreichen. Die Geschehnisse vom Mai allerdings sind nun abgehakt und der MSV Duisburg startet mit einer Portion Zuversicht in die neue Saison, in der nicht wenige Experten die Zebras zum Kreis der Aufstiegsfavoriten zählen.
Fortunas Düsseldorfs Sportvorstand Samir Arabi etwa nannte neben Rot-Weiss Essen auch den MSV Duisburg auf die Frage nach den Favoriten in der 3. Liga und steht damit bei weitem nicht alleine da. Aus gutem Grund, denn Duisburg hat nach der guten Vorsaison keinen Leistungsträger verloren, dafür aber allen voran mit Max Besuschkow (FC Ingolstadt 04), Ramien Safi (Rot-Weiss Essen), Frederik Christensen (IF Brommapojkarna) und Martin Ens (SC Verl) mehrere Spieler hinzugeholt, die andernorts ihre Qualitäten in Liga drei unter Beweis gestellt haben. Zudem wurde mit Peter Remmert ein vielversprechendes Sturmtalent vom FC Schalke 04 ausgeliehen.
Trainer Dietmar Hirsch weiß seine nochmals verbesserten personellen Möglichkeiten zu schätzen und verriet im Vorfeld des Saisonstarts, dass hinter der starken Besetzung auch der zweiten Reihe Absicht steht: „Das war das Ziel. Wir hatten auch im letzten Jahr einen großen Konkurrenzkampf, aber die Leistungsdichte ist noch einmal besser geworden. Das Niveau unserer Trainingsspiele ist extrem gut.“
Dass der Kader bereits dreieinhalb Wochen vor Transferschluss praktisch steht, während andere Vereine noch an ihren Aufgeboten basteln, ist für den MSV sicherlich auch kein Nachteil. „Wir sind gut aufgestellt, haben ein oder zwei Spieler weniger als im letzten Jahr. Das passt“, sieht Hirsch gute Voraussetzungen, würde indes den Leih-Rückkehrern Andy Visser und Jannik Zahmel, die kaum noch eine Perspektive besitzen, keine Steine in den Weg legen.
Auf der Spieltags-PK am Donnerstag betonte Hirsch nun erneut, dass der Blick nur noch nach vorne geht: „Wir heulen nicht rum, dass wir die letzte Spielzeit nur als Vierter abgeschlossen haben. Im zweiten Jahr wollen wir jetzt wieder eine gute Rolle spielen, was sehr interessant werden wird“, so der Ex-Profi, der sich indes nicht zu einer Aufstiegsansage verleiten lassen wollte, sondern stattdessen eine Politik der kleinen Schritte auf dem fraglos erhofften Weg nach oben ausgab: „Es gibt mit Sicherheit ein paar Zwischenziele, aber an Spieltag eins wollen wir erst einmal gut starten.“
Die Aussagen von Arabi lassen Hirsch unterdessen ebenso wenig nervös werden wie die Träume der Fans vom Aufstieg mit einem Jahr Verspätung: „Die Erwartungshaltung ist groß, ja. Aber das ist kein Druck. Das macht uns stolz, dass uns jeder die Daumen drückt“, freut sich Hirsch über den Rückhalt im Umfeld, der sich auch daran zeigt, dass zum Auftakt gegen den SV Meppen 25.000 Zuschauer erwartet werden – die möglichst nicht enttäuscht werden sollen.






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