
Am Dienstagabend überwog im Lager des SC Verl die Enttäuschung, nachdem bei der SG Sonnenhof Großaspach der frühe Führungstreffer von Tim Heike in der vierten Minute nicht ganz ins Ziel gebracht werden konnte. In der 86. Minute glichen die Gastgeber durch Fabian Eisele zum 1:1-Endstand aus und verhinderten den dritten Verler Dreier in Serie.
Nach einem kapitalen Fehlstart mit drei Niederlagen sowie dem Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Hamburger SV (0:3) hätte in Verl aber wohl jeder die Zwischenbilanz von sieben Zählern nach sechs Spieltagen unterschrieben. Dem Befreiungsschlag beim SV Waldhof Mannheim (1:0) folgte nicht nur ein Erfolg im Landespokal bei Rot-Weiß Maaslingen (3:2), sondern am vergangenen Wochenende auch ein 2:1-Heimsieg gegen den SV Meppen, sodass das Unentschieden in Großaspach ein durchaus ordentliches Resultat darstellt.
Nachlassen will die Mannschaft von Trainer Orest Shala nun aber auf keinen Fall und peilt für Freitagabend im Heimspiel gegen die Würzburger Kickers, die dank eines 1:0-Sieges über Alemannia Aachen mit breiter Brust anreisen, die nächsten Punkte an – nicht zuletzt deshalb, um das aktuell dünne Polster von einem Punkt auf die Abstiegsplätze vergrößern zu können.
Nach einem Kurzeinsatz im Landespokal stand Kasim Rabihic nun zwei Mal in Folge auch in der 3. Liga im Kader, blieb aber sowohl gegen Meppen als auch in Großaspach 90 Minuten lang auf der Bank. Der 33-Jährige, der noch nach Transferschluss aus der Vereinslosigkeit geholt wurde, benötigt noch etwas Zeit, um eine vollwertige Alternative zu werden, soll im Laufe der Saison aber noch eine wichtige Rolle einnehmen.
Die gleiche Hoffnung verbindet man in Verl mit Dominik Martinovic, der am Tag nach der Rückkehr aus Großaspach als weiterer Neuzugang aus dem Kreis der vereinslosen Profis präsentiert wurde. Der 29 Jahre alte Offensivmann bringt jede Menge Erfahrung mit und hat allen voran in der 3. Liga seine Qualitäten mit 43 Toren und 34 Vorlagen in 163 Einsätzen eindrucksvoll nachgewiesen. In der 2. Bundesliga stand Martinovic immerhin 20 Mal auf dem Feld (ein Tor, eine Vorlage) und bestritt elf Partien in der ersten Liga Kroatiens.
Die vergangene Saison indes hätte für Martinovic kaum bitterer verlaufen können. Kurz vor Transferschluss von Rot-Weiss Essen zum SSV Ulm gewechselt, verbuchte der in Stuttgart geborene Deutsch-Kroate sowohl bei seinem Einstand im Landespokal ein Tor und eine Vorlage als auch bei seinem ersten Drittliga-Einsatz bei Alemannia Aachen (3:1). In Aachen allerdings zog sich Martinovic auch einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und musste in der Folge den Ulmer Absturz in die Regionalliga tatenlos mitansehen. Zu einem weiteren Einsatz sollte es nämlich nicht mehr reichen.
Nun aber ist Martinovic wieder fit und hofft in Verl für sich auf einen erfolgreichen Neustart: „Ich habe richtig Bock auf diese neue Aufgabe. Verl ist ein Verein, bei dem ich sofort das Gefühl hatte, dass es menschlich und sportlich passt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mir schnell gezeigt, dass hier etwas Besonderes entsteht und ich ein Teil davon sein möchte.“
Verls Sportvorstand Zlatko Janjic freute sich auf der Vereinshomepage über die Verpflichtung und setzt einige Hoffnungen in die Personalie: „Dominik ist ein Spieler, der Spiele verändern kann. Er bringt eine enorme Erfahrung, Qualität und Mentalität mit und weiß genau, was es braucht, um sich in dieser Liga durchzusetzen. Gleichzeitig ist er ein Typ, der Verantwortung übernimmt und vorangeht.







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