
Auch wenn es vor der Länderspielpause mit der 0:2-Niederlage beim SV Waldhof Mannheim ein Negativerlebnis gab, kann Preußen Münster insgesamt auf einen ordentlichen Saisonstart zurückblicken. Gemessen daran, dass die Adlerträger nicht den direkten Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben haben, sondern sich nach ereignisreichen Jahren in erster Linie erst einmal konsolidieren wollen, sind elf Punkte aus den ersten sieben Partien eine Ausbeute, auf der sich mit einem bereits vorhandenen Polster zur Abstiegszone aufbauen lässt.
Nach der langen Länderspielpause stehen – mit neu verlegtem Rasen im Preußen-Stadion – gleich zwei heiße Westduelle auf dem Programm, in denen die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle jeweils Heimrecht genießt. Zunächst gastiert am 9. Oktober Rot-Weiss Essen an der Hammer Straße und nur fünf Tage später reist Fortuna Düsseldorf an. Beide kommen als Aufstiegsanwärter und damit sicherlich nicht mit dem Anspruch, die Punkte in Münster liegen zu lassen. Für die Preußen bietet sich damit die doppelte Chance, Ausrufezeichen zu setzen und zugleich vielleicht doch ganz oben anzuklopfen.
Die personellen Voraussetzungen für einen erfolgreichen NRW-Doppelpack sind in jedem Fall besser als noch vor der Länderspielpause. Nach einer trainingsfreien Woche konnte Trainer Wörle am Montag auch Luca Bolay wieder komplett fit begrüßen. Der 24 Jahre alte Linksverteidiger, der einer der wenigen Gewinner in der zurückliegenden Abstiegssaison war, hatte sich im Sommer einen Innenbandanriss im Knie zugezogen und war wochenlang ausgefallen. Nach zwei Einsätzen in der Oberliga-Mannschaft steht Bolay nun der nächste Schritt bevor. Ein Platz in der Startelf gegen Essen ist allerdings noch eher unwahrscheinlich. Zum einen, weil Bolay langsam herangeführt werden soll und zum anderen, weil mit Charalambos Makridis, Romario Rösch und Niklas Varelmann auch drei andere Akteure um den Startplatz auf der linken Seite rangeln.
Noch nicht ganz soweit ist Marvin Schulz, der im Juni ebenfalls einen Innenbandanriss im Knie erlitt und zwischenzeitlich einen Rückschlag wegstecken musste. Der 31-Jährige könnte aber auch auf absehbare Zeit zu einer wertvollen Option werden. Selbiges gilt für Niko Koulis, der Anfang September beim 2:1-Sieg gegen den TSV Havelse eine Muskelverletzung im hinteren Oberschenkel erlitt. Und Simon Scherder soll nach einem Kreuzbandriss und zuletzt einer Muskelblessur ab nächster Woche auch ins Mannschaftstraining integriert werden.
Obwohl zwölf Tore in sieben Spielen keine schlechte Ausbeute sind, darf sich vor allem die Münsteraner Offensive auf einen mehrfachen Qualitätszuwachs freuen. Beim immer wieder von muskulären Problemen zurückgeworfenen Oscar Vilhelmsson wird man in Münster sicherlich nichts überstürzen, aber mit Malik Batmaz und Joshua Mees stehen zwei Offensivkräfte, die sich auch schon höherklassig bewährt haben, vor ihrem Comeback.
Batmaz soll sich 15 Monate nach seinem zweiten Kreuzbandriss in einem internen Testspiel einem Härtetest unterziehen und könnte dann gegen Essen zumindest als Joker parat stehen. Mees, der sich Anfang August beim SV Wehen Wiesbaden (3:1) eine Leistenzerrung zugezogen hat und dann von einem Infekt zurückgeworfen wurde, ist schon etwas weiter und gegen RWE womöglich sogar ein Kandidat für die Startelf.






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