
Weil Viktoria Köln am Mittwochabend gegen die SG Sonnenhof Großaspach eine schnelle 2:0-Führung noch verspielt und am Ende zwei Punkte eingebüßt hat, konnte Rot-Weiss Essen mit dem tags zuvor eingefahrenen Dreier gegen Fortuna Köln (2:0) bis auf einen Zähler an die direkten Aufstiegsränge heranrücken. Hätte RWE am Freitag zuvor bei Preußen Münster nicht noch den späten 3:3-Ausgleich kassiert, stünde die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat bereits auf Rang zwei und wird sicherlich alles daran setzen, erst einmal nichts mehr liegen zu lassen.
Am Samstag beim FC Ingolstadt wartet allerdings eine knifflige Aufgabe, haben die Schanzer doch gerade ihren ersten Sieg unter dem neuen Trainer Achim Beierlorzer eingefahren und wollen sicherlich im eigenen Stadion nachlegen. RWE hat aber genügend Gründe, um mit breiter Brust nach Oberbayern zu fahren. Dazu gehört auch wieder Jaka Cuber Potocnik, der im Endspurt der vergangenen Saison Stürmer Nummer eins war, zu Beginn der laufenden Spielzeit aber überaus glücklos agierte und auch wieder mit Blessuren zu kämpfen hatte. Gegen Fortuna Köln gelang der Leihgabe des 1. FC Köln nun aber als Joker der erste Saisontreffer, mit dem die Hoffnung auf einen dauerhaft positiven Trend verbunden ist.
Obwohl RWE auf Kurs liegt, gibt es an der Hafenstraße schon seit längerem die Überlegung, auf dem Markt der vereinslosen Profis zuzuschlagen. Nicht ohne Grund, sondern weil allen voran bei Max Geschwill, Tony Menzel und Nick Bätzner das Verletzungspech zugeschlagen hat, Coach Koschinat so über nicht allzu viele Alternativen verfügt, was gerade in einer intensiven Phase wie während der aktuellen Englischen Woche nicht unwesentlich ist.
Wohl unter Vertrag genommen hätte Essen Mittelfeldspieler Florian Engelhardt, der sich im Probetraining gut präsentiert, dann aber verletzt hat. Während eine Verpflichtung des 23-Jährigen in einigen Wochen wieder auf die Agenda rücken könnte, ist kurzfristiger der gleichaltrige Paul Pöpperl ins Visier geraten. Als offensiver Mittelfeldspieler, der auch auf dem Flügel eingesetzt werden kann, wäre Pöpperl vor allem ein Ersatz für Menzel und/oder Bätzner, doch auch beim ehemaligen Schalker gibt es einen Haken.
So erlitt Pöpperl, der zu Beginn der vergangenen Saison immerhin drei Mal für den FC Schalke 04 in der 2. Bundesliga auflief und sogar ein Mal von Trainer Miron Muslic von Beginn an aufs Feld geschickt wurde, im Februar einen Kreuzbandriss und arbeitet derzeit noch an seinem Comeback. Eine Soforthilfe wäre der beidfüßige Mittelfeldmann somit nicht.
Dennoch scheint RWE die Verpflichtung Pöpperls, dem großes Potential zugeschrieben wird, zu forcieren. Laut der Reviersport soll der gebürtige Herborner bereits zu medizinischen Untersuchungen in Essen gewesen sein. Noch allerdings sind wohl auch noch andere Vereine im Rennen. Essens Ligarivale 1. FC Saarbrücken soll ebenso Interesse bekunden wie die SpVgg Greuther Fürth aus der 2. Liga und Fortuna Sittard aus der niederländischen Eredivisie.
Wann eine Entscheidung fällt, ist noch offen. Allzu lange dürfte es aber nicht mehr dauern bis sich Pöpperl auf seinen künftigen Klub festlegt.






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