
Nach fünf sieglosen Ligaspielen mit nur zwei von 15 möglichen Punkten hat Preußen Münster am Dienstagabend ein Erfolgserlebnis verbuchen können. Im Achtelfinale des Landespokals gewannen die Adlerträger bei der SG Wattenscheid 09 mit 3:2, bekleckerten sich dabei aber nicht mit Ruhm und mussten lange bangen.
Vor 3.138 Zuschauern, darunter knapp die Hälfte aus Münster mitgereist, begann die Partie für die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle alles andere als gut. Bereits in der 14. Minute brachte Ilia Poliakov die Gastgeber in Führung und nur kurze Zeit später musste mit Montell Ndikom eine der positiven Erscheinungen im bisherigen Saisonverlauf mit Hüftproblemen ausgewechselt werden. Ob dem 21-Jährigen möglicherweise sogar eine längere Zwangspause droht, ist noch nicht klar.
In der Folge blieb Wattenscheid am Drücker, sodass man im Münsteraner Lager über den 0:1-Pausenstand schon froh sein musste, wie auch Coach Wörle nach der Begegnung einräumte: „Wattenscheid hat es anfangs sehr gut gemacht, hätte auch ein Tor mehr erzielen können. Uns ist es nicht gelungen, den Zugriff auf den Gegner, vor allem aber auf das Spiel zu kriegen.“
Im zweiten Durchgang aber fand der Zweitliga-Absteiger in die Spur und drehte die Partie durch Tore von Charalambos Makridis (56.), Joshua Mees (65.) und Niklas Varelmann (80.), ehe die Gastgeber kurz vor Schluss per Elfmeter nochmal verkürzen konnten. Unter dem Strich konnte Wörle so doch noch ein einigermaßen positives Fazit ziehen: „Nachdem Seitenwechsel haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt und den Pokalfight angenommen. Das zwischenzeitliche 3:1 war meiner Meinung nach verdient, weil wir es geschafft haben, zwei Gänge hochzuschalten. Insgesamt war es ein schweres Spiel gegen einen guten Gegner, aber wir sind froh, dass wir eine Runde weitergekommen sind.“
Auf dem Weiterkommen im Landespokal lange ausruhen können sich die Adlerträger indes nicht, wartet doch am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Fortuna Köln eine Begegnung, die nach dem jüngsten Negativlauf von enormer Bedeutung ist. Bei nur einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegszone ist der derzeitige zwölfte Tabellenplatz ein wenig trügerisch und zugleich gefährlich.
Das weiß man aber auch in Münster, wo der Fokus nach wechselhaften Jahren zwischen Regional- und 2. Bundesliga klar darauf liegt, sich in der 3. Liga zu konsolidieren. Eine ruhige Saison ohne Abstiegssorgen ist das Ziel, im Moment allerdings in Gefahr. Dennoch sind die Verantwortlichen um Präsident Christian Pander, Geschäftsführer Ole Kittner und Sportdirektor Jan Uphues weit davon entfernt, panisch zu werden. „Wir wollen uns diese Saison in der 3. Liga stabilisieren. Da kann es immer wieder mal zu Rückschlägen kommen. Wir werden die Ruhe bewahren und konzentriert weiterarbeiten“, so Pander, der damit via Bild auch Trainer Wörle den Rücken stärkt.
Als Mutmacher führt Pander ausgerechnet die 2:3-Niederlage am vergangenen Wochenende bei der SG Sonnenhof Großaspach an, wo Münster eine 2:0-Pausenführung noch verspielte. „Tom leistet gute Arbeit, hat die Mannschaft definitiv weiterentwickelt. Die erste Hälfte in Großaspach war die beste, die sie in dieser Saison gezeigt hat. Ein deutlicher Beweis dafür, wie viel Potenzial ihr steckt“, ist der Preußen-Präsident zuversichtlich, dass sich die erhofften Ergebnisse einstellen werden.






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