
Als der SV Waldhof Mannheim mit einem 5:1-Kantersieg bei der SG Sonnenhof Großaspach aus der Länderspielpause kam und nach dieser Partie nur zwei Punkte vom dritten Platz entfernt lag, war in der Quadratestadt die Hoffnung auf ein Mitmischen im Aufstiegsrennen spürbar. Mit einer Heimniederlage gegen den FC Ingolstadt (0:3) und einer Pleite bei den Würzburger Kickers (0:2) folgten allerdings gleich zwei Enttäuschungen auf den Fuß, die vor dem erneuten Heimspiel nun am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim für einen gewissen Druck sorgten.
Bei erschwerten Bedingungen, weil wegen des aufgrund der Vorkommnisse im Pokal-Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern verhängten Zuschauerteilausschlusses nur rund 4.500 Fans im Carl-Benz-Stadion zugegen waren, erwischten die Buwe auch noch einen kompletten Fehlstart und gerieten gegen die Zweitvertretung des Bundesligisten bereits in der dritten Minute durch Jakov Dedic in Rückstand.
In der Folge war die Mannschaft von Trainer Rui Mota um eine Reaktion bemüht, schaffte bis zur Pause aber nur einen Pfostentreffer. Erst in der 57. Minute platze mit dem Ausgleich durch Goncalo Gregorio der Knoten und dann geriet die Partie ab der 72. Minute zur Bühne für Terrence Boyd.
Im bisherigen Saisonverlauf nahm Boyd, der sein eigentlich schon verkündetes Karriereende im Frühjahr doch noch einmal ein Jahr aufgeschoben hat, nur eine Nebenrolle ein und kam an den ersten zehn Spieltagen lediglich auf fünf jeweils späte Einsätze als Joker. Zwischenzeitlich saß der 35-Jährige sogar vier Spiele in Folge komplett auf der Bank und blickte nun gegenüber MagentaSport auf diese Phase zurück: „Das Schlimmste ist, dass ich in den letzten Wochen und Monaten in der Kabine angefangen habe, in der Vergangenheit zu reden. Im Sinne von: ‚Ich war ja mal gut, ich zeig‘ es aber nicht mehr.‘ Das ist ganz, ganz peinlich.“
Am Sonntagabend freilich konnte Boyd locker von der Leber weg plaudern, denn nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung war der Routinier mit dem Kopf zur Stelle und brachte Mannheim mit 2:1 in Führung. Doch damit nicht genug, besorgte Boyd in der 88. Minute mit dem rechten Fuß auch noch die Vorentscheidung zum 3:1 und legte schließlich in der fünften Minute der Nachspielzeit mit einem weiteren Kopfball das 4:1 nach.
Daraus, dass dieser Hattrick für sein persönliches Gefühl und ein wenig auch für sein Standing in der Mannschaft von enormer Bedeutung war, machte Boyd anschließend keinen Hehl: „Es tut gut, dass ich den Jungs mal wieder zeigen konnte: ‚Der Alte, der kann doch noch ein bisschen kicken – und der weiß, wo das Tor steht.’“
Auch am kommenden Sonntag beim 1. FC Saarbrücken wird Boyd aber vermutlich erst einmal auf der Bank beginnen, wenn die Buwe in einem überdies prestigeträchtigen Derby die Chance erhalten, gegen einen Gegner auf annähernder tabellarischer Augenhöhe nachzulegen.
Saarbrücken hat als Tabellenvierter derzeit nur einen Punkt mehr als der auf Rang sieben notierte Waldhof, der im Erfolgsfall schon etwas offensiver nach oben schauen dürfte – wo sich mit dem MSV Duisburg, Viktoria Köln und Rot-Weiss Essen ein Trio allerdings schon etwas abgesetzt hat.






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