
Mit deutlichen Niederlagen gegen Viktoria Köln (2:5) und beim SV Wehen Wiesbaden (0:3) ist Alemannia Aachen denkbar schlecht aus der ersten Länderspielpause gekommen. Noch Mitte Oktober standen so lediglich sehr durchwachsene elf Punkte aus den ersten neun Spielen und Tabellenplatz zwölf zu Buche. Eine Saison im tristen Niemandsland oder womöglich sogar eine Verwicklung in den Abstiegskampf befürchtete zu diesem Zeitpunkt so mancher Skeptiker rund um den Tivoli, doch inzwischen sieht die Welt wieder ganz anders aus.
Gegen Hansa Rostock (2:0), beim VfB Stuttgart II (2:1) und am vergangenen Wochenende gegen Preußen Münster (2:1) fuhr die Alemannia drei Siege in Serie ein und kletterte damit auf den fünften Tabellenplatz. Zwar sind es noch vier Zähler bis zu Relegationsrang drei, doch die im Sommer trotz des Verlustes mehrerer Leistungsträger – allen voran Lars Gindorf (Hannover 96) und Faton Ademi (SpVgg Greuther Fürth) – vorhandenen Träume vom Mitmischen im Aufstiegsrennen sind kurz vor der nächsten Länderspielpause wieder aufgekeimt.
Trainer Mersad Selimbegovic kennt das schnelllebige Fußballgeschäft aber natürlich bestens und trat im Rahmen der Pressekonferenz nach dem Sieg über Münster spürbar auf die Euphoriebremse: „Wir haben noch gar nichts erreicht. Wir sind nur auf einem guten Weg“, so der 44-Jährige, der auch Luft nach oben anmahnte: „Es gibt noch so viele Sachen, die wir besser machen müssen, können und werden. Mit so einem Sieg denkt man manchmal, dass man nicht über diese Dinge sprechen muss, aber wir haben heute Abend auch ein paar Dinge gemacht, die mir nicht gefallen haben.“
Konkret störte sich Selimbegovic daran, dass der Sieg gegen Münster trotz 2:0-Führung und Überzahl ganz zum Schluss noch ein wenig wackelte: „Mit einem Mann mehr darfst du dem Gegner nicht erlauben, dass er dich 30 Meter vor dem Tor unter Druck setzen kann. Wir wollten es einfach zu schön zu Ende spielen.“
Schon in den nächsten Spielen wird sich Aachen nur bedingt Nachlässigkeiten erlauben können. Denn bei Rot-Weiss Essen, gegen den SV Waldhof Mannheim und beim 1. FC Saarbrücken warten bis Ende November drei überaus knifflige Aufgaben gegen Mannschaften auf Augenhöhe oder sogar darüber. Setzt die Alemannia ihren Positivlauf dennoch fort, darf rund um den Tivoli etwas lauter vom Aufstieg bzw. erst einmal einem Mitmischen um die ersten drei Plätze geträumt werden.
Das anstehende Gastspiel in Essen indes wird ohne Petros Bagkalianis sicherlich nicht einfacher. Der 25 Jahre alte Grieche sah gegen Münster seine fünfte gelbe Karte und fällt für das kommende Wochenende gesperrt aus. Coach Selimbegovic muss somit seine Hintermannschaft gezwungenermaßen umbauen, hat aber unter anderem mit Mika Hanraths durchaus Alternativen in der Hinterhand, die die Lücke schließen können.






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