
Weil der MSV Duisburg zeitgleich gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart ein 3:0-Führung verspielte und sich am Ende mit einem 3:3 begnügen musste, hat Viktoria Köln am vergangenen Wochenende mit einem 1:0-Sieg bei der TSG Hoffenheim II die Tabellenführung in der 3. Liga übernommen. Die Domstädter, die vor der Saison sicherlich nicht zum Kreis der Aufstiegskandidaten gezählt wurden, haben damit ihren bemerkenswerten Lauf weiter ausgebaut und den Status als Überraschungsteam schlechthin dick unterstrichen.
Gegen den 1. FC Saarbrücken wartet auf die Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm, dessen erfolgreiche Arbeit sicher auch andernorts schon registriert wurde, vor der zweiten Länderspielpause der Saison aber nochmal eine knifflige Aufgabe. Bereits am Freitagabend kann die Viktoria im heimischen Sportpark Höhenberg vorlegen und die Verfolger um Duisburg und Rot-Weiss Essen unter Druck setzen. Und nichts anderes ist das Ziel, wenngleich im Kölner Osten noch nicht wirklich die Rede vom Aufstieg ist.
Selbst in die 2. Bundesliga aufzusteigen wäre für die Viktoria aber wohl die einzige Chance, die aktuelle Mannschaft zusammenhalten zu können. Andernfalls wäre wohl im nächsten Sommer ein erneuter Aderlass wie in den vergangenen Transferperioden kaum zu vermeiden. Said und Malek El Mala, die im Sommer 2025 endgültig zum 1. FC Köln übergesiedelt sind, waren nur zwei von vielen schmerzhaften Abgängen der letzten Jahre. Auch vor dieser Saison verließen mit Leonhard Münst (VfL Osnabrück) und Benjamin Zank (SpVgg Greuther Fürth) zwei Akteure den Verein in Richtung Liga zwei.
Im aktuellen Aufgebot gibt es auch schon wieder einige Spieler, die sich in den Fokus und mutmaßlich auf den Wunschzettel anderer Vereine gespielt haben. Die Prognose, dass es nach der Saison wieder zu einem Aderlass kommen wird, wenn die Viktoria nicht selbst die 2. Bundesliga als Perspektive bieten kann, ist deshalb nicht allzu gewagt.
Unabhängig vom Ausgang der Saison scheint der Abgang von Niklas Swider bereits sicher. Der 19 Jahre alte Mittelfeldmann ist von Borussia Mönchengladbach nur ausgeliehen und wurde zuletzt schon mit einem möglichen Winterwechsel zu Holstein Kiel oder Hannover 96 in Verbindung gebracht. Auch, weil Swiders Perspektive in Mönchengladbach nicht die beste sein soll. Das allerdings klingt aus dem Mund von Borussias Sportchef Rouven Schröder, der sich gegenüber Bild lobend über den Youngster äußerte, anders: „Wir sind mit seiner Leihe sehr glücklich, er bringt gute und konstante Leistungen. Wir sind im ständigen Kontakt, waren auch schon live vor Ort und sind mit seiner Entwicklung zufrieden.“
Während bei Swider wohl nur die Frage ist, ob es Mönchengladbach oder ein anderer Verein aus den ersten beiden Ligen wird, haben sich von Abwehrchef Tim Kloss über Rechtsverteidiger Pascal Fallmann bis hin zum Top-Scorer-Trio mit Niklas Castelle, Lucas Wolf und David Otto einige Spieler interessant gemacht.
Dass mit Kloss, Wolf und Otto drei dieser Spieler nur noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison besitzen, verstärkt die Sorge bezüglich eines Qualitätsverlusts im nächsten Sommer nur noch.






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