TSV 1860, Cottbus & Co.: Der Klub der abgestürzten Bundesligisten

Das war ein echter Schock für alle Anhänger des TSV 1860 München. Erst ging die Relegation gegen den SSV Jahn Regensburg verloren, anschließend konnten die Löwen nicht die notwendigen finanziellen Mittel für die Drittliga-Lizenz auftreiben. Nun geht der Münchner Traditionsverein aller Voraussicht nach in der Regionalliga an den Start. Damit ist er nicht alleine. Auch andere ehemalige Bundesligisten stürzten in den letzten Jahren tief.

Alemannia Aachen:

Was ist nur aus diesem Zuschauermagneten ganz im Westen der Republik geworden? Bis Juni 2012 kickte die Alemannia noch in der 2. Bundesliga, was danach folgte, ist ein einziger Scherbenhaufen. Im November 2012 wurde ein Insolvenzplanverfahren beantragt, im Mai 2013 stiegen die Aachener auch aus der 3. Liga ab. Seitdem kickt der Traditionsverein aus der Kaiserstadt in der Regionalliga. Besserung ist allerdings nicht in Sicht. Es läuft die zweite Insolvenz innerhalb von nicht einmal fünf Jahren.

Energie Cottbus:

Das ging zügig. 2009 noch in der Bundesliga, 2014 in Liga 2, seit 2016 in der fünfgleisigen Regionalliga. Vom einstigen Schreck aus der Lausitz ist nicht mehr viel über geblieben. In der abgelaufenen Saison hatte der FC Energie einen Zuschauerschnitt von 5.433. Für einen Regionalligisten immer noch eine stolze Anzahl, doch das eigentliche Fanpotenzial wird natürlich nicht ansatzweise ausgeschöpft. Immerhin konnte sich Cottbus durch einen 2:0-Sieg über den FSV Luckenwalde im Verbandspokalfinale für den DFB-Pokal 2017/18 qualifizieren. Außerdem wird der Wiederaufstieg in die 3. Liga angepeilt.

SC Paderborn:

Bitter, bitterer, Paderborn! Knapp drei Jahre nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte, dem Aufstieg in die Bundesliga, stand der SC Paderborn vor dem Nichts. Nur einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass der Klub auch in der Saison 2017/18 noch im Profifußball vertreten ist. Sportlich war der SCP dreimal in Folge abgestiegen, aber dadurch, dass der TSV 1860 München keine Drittliga-Lizenz bekommt, wird ein Platz in der 3. Liga frei. Den dürfen die Ostwestfalen einnehmen. Trotzdem muss der Klub kleinere Brötchen backen, denn auch finanziell hat der enorme Absturz tiefe Spuren hinterlassen. Präsident Wilfried Finke will zukünftig nicht mehr mit seinem Privatvermögen einspringen. Hoffentlich kann Paderborn den Negativ-Lauf stoppen!

FSV Frankfurt:

Im Gleichschritt mit dem SC Paderborn. Zusammen mit dem SCP stieg der FSV Frankfurt im Sommer 2016 aus der 2. Bundesliga ab und zusammen „gelang“ ihnen dieses Kunststück 2017 auch in Liga 3. Der kleine aber feine Unterschied: Der SC Paderborn wurde Drittletzter, profitiert jetzt vom Dilettantismus beim TSV 1860 München und der FSV steigt als Tabellenletzter in die Bedeutungslosigkeit ab. Hinzu kommt auch noch ein Insolvenzverfahren, das im April 2017 eröffnet wurde. Zum ersten Mal seit zehn Jahren sind die Hessen wieder viertklassig. Ganz gesichert ist die Zukunft des FSV noch nicht. Für den 27. Juni ist eine Gläubigerversammlung anberaumt, wird dort keine Einigung mit den drei Hauptgläubigern erzielt, könnte es selbst mit dem Regionalliga-Fußball am Bornheimer Hang eng werden.

Rot-Weiß Oberhausen:

Gerade einmal sechs Jahre ist es her, da kämpfte RWO noch um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Es gelang dem Klub von der Emscher nicht. Es folgte nur ein Jahr in Liga 3, der zweite Abstieg in Folge war perfekt. Seitdem müssen die Anhänger in Oberhausen mit Regionalliga-Fußball leben. DFB-Pokal in den vergangenen fünf Jahren? Fehlanzeige! Immerhin mischt RWO seit einigen Spielzeiten in der Spitzengruppe der Regionalliga West mit, für die Rückkehr in den Profifußball langte es noch nicht. In Sachen Stadion tut sich allerdings etwas in Oberhausen. Die marode Stehplatztribüne „Emscherkurve“ wird derzeit komplett erneuert. Ende 2017 soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein. Die sportliche Sanierung wird definitiv noch länger dauern.

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