Die erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Trainer

Insgesamt 82 Trainer aus dem Ausland haben seit Gründung der Bundesliga 1963 Klubs in der höchsten deutschen Spielklasse gecoacht. Neun von ihnen führten ihre Mannschaft zur deutschen Meisterschaft. Aktuell ist Lucien Favre mit Borussia Dortmund auf dem besten Wege der zehnte ausländische Meistertrainer zu werden.

Vor allem die Fans von 1860 München werden sich an Max Merkel erinnern. Der Österreicher gewann mit den Löwen 1966 ihre bisher einzige Meisterschaft in der Bundesliga und war somit damals der erste ausländische Meistertrainer. Über die Station Dortmund heuerte Merkel im Januar 1967 in Nürnberg an.

In der folgenden Spielzeit (1967/68) wurden die Nürnberger unter Leitung von Max Merkel völlig überraschend Deutscher Meister. Der Übungsleiter aus der Alpenrepublik arbeitete insgesamt acht Spielzeiten in Deutschland (Vorgänger der Bundesliga einbezogen) und stand 230 Mal an der Seitenlinie. Auf noch mehr Spiele kam ein anderer ausländischer Trainer.

Rekord-Zebec

Denn nur ein Jahr nach Merkels Coup mit den Franken führte Branko Zebec 1968 Bayern München zur Meisterschaft, in einer Zeit, in der die Münchner alles andere als rekordmeisterlich durch die Liga zogen. Eine Spielzeit später wurde der Jugoslawe (heutige Kroatien) beurlaubt und heuerte beim VfB Stuttgart an. Nach einer Station in Kroatien (Hajduk Split) verschlug es Zebec zurück in die Bundesliga und übernahm 1974 den damaligen Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Der Kroate formte ein Team, das zeitweise um die Meisterschaft spielte. Jedoch reichte es nicht zum großen Wurf.

Dem gelang Zebec bei seiner nächsten Station. Mit dem Hamburger SV feierte der Kroate die deutsche Meisterschaft. Insgesamt arbeitete Zebec 14 Spielzeiten in der Bundesliga und stand 414 Spiele an der Seitenlinie, bis heute ist er der ausländische Übungsleiter mit den meisten Bundesligaspielen.

Die Ära Guardiola

Nicht ganz so lange her und daher deutlich präsenter in den Köpfen der deutschen Fans ist ein anderer Trainer. Mit den Vorschusslorbeeren von zwei Champions League-Siegen, drei spanischen Meisterschaften und zwei spanischen Pokalsiegen mit dem FC Barcelona unterschrieb Pep Guardiola völlig überraschend 2013 bei Bayern München einen Dreijahresvertrag. Der taktikbesessene Spanier sollte in München seinen bis dahin einzigartigen Spielstil etablieren und dem deutschen Rekordmeister den Champions League-Titel bescheren. National lief es von Anfang an gut.

In seiner Debütsaison führte Guardiola die Bayern mit 19 Punkten vor Borussia Dortmund zur Meisterschaft. Bereits am 27. Spieltag standen die Bayern als Meister fest, so früh wie keine Mannschaft je zuvor. In den folgenden beiden Spielzeiten trat der Rekordmeister äußerst dominant auf. Die Münchner verteidigten die Meisterschaft jeweils mit zehn Punkten Vorsprung auf den VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund. Zusammen mit den Pokalsiegen 2014 und 2016 lief es national für den Spanier nach Maß.

In 102 Bundesligaspielen holte Guardiola im Schnitt 2,52 Punkte und ist damit der erfolgreichste ausländische Bundesligatrainer aller Zeiten. Seinen zum Saisonende 2016 auslaufenden Vertrag wollte der Spanier nicht verlängern. Seit zwei Spielzeiten trainiert Pep Guardiola Manchester City aus der englischen Premier League.

Missverständnisse

Neben den erfolgreichen ausländischen Trainern, unterschrieb auch eine Vielzahl an Übungsleitern, die die Erwartungen keineswegs erfüllten. Einer von ihnen ist Nevio Scala. Der Italiener sollte 1997 bei Borussia Dortmund, den nach München abgewanderten Ottmar Hitzfeld ersetzen. Als amtierender Champions League-Sieger blamierten sich die Westfalen im DFB Pokal-Achtelfinale beim damaligen Drittligisten Eintracht Trier mit 1:2. In der Bundesliga wurde der BVB am Ende Elfter und die Ära des Italiener war nach nur einer Spielzeit vorbei.

Borussia Mönchengladbach horchte 2004 mit der Verpflichtung von Dick Advocaat auf. Der Niederländer sollte die Borussia wieder zu den Erfolgen früherer Tage führen. Doch in 18 Spielen feierte Gladbach nur vier Siege. Mitten im Abstiegskampf reagierte die Vereinsführung und entließ den „kleinen General“ nach dem 29. Spieltag der Saison 2004/05. Mit Horst Köppel an der Seitenlinie feierten die Fohlen so eben noch den Klassenerhalt.

Beim FC Schalke 04 heuerte 2014 Roberto Di Matteo an. Ein Champions League-Sieger für den Arbeiterklub. Der Italiener hatte zwei Jahre zuvor mit dem FC Chelsea die Königsklasse gewonnen. Sein Intermezzo bei den Schalkern ging ein halbes Jahr. Von Oktober 2014 bis Mai 2015 gewann Di Matteo nur 14 seiner 33 Pflichtspiele, zwölf Begegnungen gingen verloren. Am Ende standen die Knappen in der Bundesliga auf Platz 6 – zu wenig für die hohen Ansprüche im Ruhrgebiet, deshalb musste Di Matteo auch schnell seinen Posten räumen.

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