Brasilien: Baumjohann der erste Deutsche in der Liga-Historie

Alexander Baumjohann sorgt für eine Premiere. Der langjährige Bundesliga-Spieler (u.a. Herha BSC, Bayern München, M’gladbach) wechselt nach Brasilien zu Coritiba FC. Er ist damit der erste deutsche Akteur, der sein Glück im Land des fünfmaligen Weltmeisters sucht.

Öfter mal etwas Neues wagen – das ist wohl das Motto von Alexander Baumjohann. Der 30-Jährige, der bis Ende Juni noch bei Hertha BSC unter Vertrag stand, wechselt in die brasilianische Serie A zu Coritiba FC. Er unterschrieb einen Kontrakt bis zum Jahresende.

Keine Integrationsprobleme

In der 1,8-Millionen-Stadt an der Ostküste plant der ehemalige Juniorennationalspieler einen Neuanfang, nachdem er in der vergangenen Saison nur in der Reservemannschaft der Hertha zum Einsatz kam. Mag der Transfer nach Südamerika auf den ersten Blick überraschend kommen, ist er es bei einer genaueren Betrachtung nicht mehr. Tatiane Baumjohann, die Frau des Mittelfeldspielers, ist Brasilianerin. Er selbst spricht fließend portugiesisch und äußerte bereits in der Vergangenheit den Wunsch, gerne mal im Heimatland seiner Frau die Stiefel schnüren zu wollen.

Keine deutschen Erfahrungswerte – außer Rink

In der langen Geschichte des brasilianischen Fußballs spielte noch kein gebürtiger Deutscher in der dortigen Liga (gegründet 1971). Einzig Paulo Rink, der zwar in Brasilien geboren wurde, aber aufgrund seines deutschen Urgroßvaters 1998 auch die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, versprühte ein bisschen deutsches Flair in der Serie A. Rink absolvierte insgesamt 13 Länderspiele für die DFB-Auswahl und lief in seinem Geburtsland für Atletico Mineiro, Atletico Paranaense, Chapecoense FC, den FC Santos und Paraná Cube auf. Heute arbeitet er in der Kommunalpolitik seiner Heimatstadt Coritiba.

Europäische Stars im brasilianischen Fußball

Generell ist die brasilianische Liga für europäische Akteure bisher ein fast unerforschtes Territorium. Nicht viele Spieler, die in Europa geboren wurden, es zum Profifußballer schafften und in einer der Top-Ligen des Kontinents ihr Geld verdienten, wagen während ihrer Karriere den Sprung nach Südamerika. Die bekanntesten Namen waren:

• Clarence Seedorf (2012-2014 Botafogo Rio de Janeiro)

• Colin Kazim-Richards (2016-2017 Coritiba FC, seit 2017 Corinthians Sao Paulo)

• Fran Mérida (2013-2015 Paranaense)

Dazu kommen Spieler wie Deco (ehem. Barcelona), Eduardo (ehem. Arsenal) oder Cristian Ledesma (ehem. Lazio), die zwar allesamt einen Pass für ein europäisches Land besaßen, gebürtig aber aus Südamerika stammten.

Bisher hinterließ erst ein Deutscher einen (kurzen) Eindruck in der brasilianischen Liga. Lothar Matthäus war 2006 für wenige Wochen Trainer von Paranaense, verließ aufgrund von familiären Gründen allerdings wieder sehr schnell. Bleibt nur zu hoffen, dass Alexander Baumjohann bei seinem Gastspiel mehr Erfolg hat und ein längeres Durchhaltevermögen an den Tag legt.

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