1. FC Kaiserslautern: Meier weg, Traditionsklub auf Crash-Kurs

Nach zwei unterdurchschnittlichen Spielzeiten in der 2. Bundesliga hat der 1. FC Kaiserslautern einen kompletten Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Zwei Punkte aus sieben Spielen bedeuten Platz 18. Der Sportdirektor steht unter Druck, der Trainer ist weg und der Verein blickt mit Grauen der Drittklassigkeit entgegen.

Fünf Jahre ist es her, dass der FCK als Letzter aus der Bundesliga abstieg und von der ganz großen Fußballbühne verschwand. Aber die Pfälzer ließen den Kopf nicht hängen. Zumindest zunächst nicht. Gleich in der ersten Zweitliga-Saison nach dem Abstieg schafften sie es in die Relegation, wo sie an Hoffenheim scheiterten. Es folgten zwei Jahre, in denen die Roten Teufel oben mitspielten, aber auf dem undankbaren 4. Platz landeten. Seit 2015 hat K’lautern mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun. Trainer Runjaic ging vor 24 Monaten mit einem Punktestand, nach dem man sich jetzt die Finger lecken würde. Mit den Nachfolgern Fünfstück (Platz 10, entlassen), Korkut (zurückgetreten) und Meier (2016/17 Platz 13, heute entlassen) ging es bergab. Und schlimmer geht es bekanntlich immer.

Falsches Konzept und interne Querelen

Norbert Meier hatte in Kaiserslautern keine einfache Aufgabe übernommen. Der chronisch klamme Traditionsklub aus der Pfalz gibt regelmäßig die besten Spieler ab, zuletzt Pollersbeck (HSV) und Koch (Freiburg). Mit günstigen Neuzugängen ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen, ist ein Job für einen erfahrenen Coach, wie es Meier ist. Bei über 500 Profispielen stand der 59-Jährige an der Seitenlinie. Nach langen erfolgreichen Amtszeiten in Düsseldorf und Bielefeld lief es bei seinen letzten Stationen aber überhaupt nicht. Zwei Siege in 13 Erstliga-Spielen mit Darmstadt 98, dann sechs Siege in 24 Zweitliga-Duellen mit dem FCK. Auffällig: Meiers Teams verteidigten meist ordentlich, verloren dabei aber den notwendigen Drang nach vorne. Das Ergebnis: Viele knappe Niederlagen.

Gerade zuletzt fiel Meier mit wiederholten öffentlichen Beschwerden auf, gerichtet an den Vorstand und Sportdirektor Notzon. Dem kicker gegenüber sagte er noch am Dienstag, vor seinem Rauswurf: „Ich übernehme Verantwortung, aber es wäre schön, wenn andere die mit übernehmen können“. Ob er sich mit Sprüchen wie diesem einen Gefallen getan hat, ist zu bezweifeln. Zumal er für die verfehlte taktische Ausrichtung seines Teams ebenso die Verantwortung trägt, wie für die chaotischen, kopflosen Auftritte seiner Spieler, insbesondere in Sandhausen und zuletzt in Aue.

Seit Mittwoch ist Norbert Meier in Kaiserslautern offiziell Geschichte. Manfred Paula, Leiter des FCK-Nachwuchsleistungszentrums und U19-Coach Alexander Bugera trainieren die Mannschaft interimistisch. Ob das Duo beim Auswärtsspiel in Berlin (Mo., 20:30 Uhr) verantwortlich sein wird, ist derzeit noch nicht klar. Für eine siegreiche Premiere gäbe es aktuell die Quote 4,55.

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