Timo Werner: Durch das Stahlbad in die Nationalelf

An Timo Werner scheiden sich in der Bundesliga regelrecht die Geister. Die einen sehen ihn unmittelbar vor dem Sprung in die Nationalmannschaft und als wertvolle Alternative im eher dünn besetzten Sturmzentrum. Trotz seiner Torjäger-Qualitäten ist der 20-Jährige von RB Leipzig aufgrund seiner Schauspieleinlagen bei vielen Fans umstritten oder unten durch.

Am zurückliegenden Wochenende bekam der Streitfall der Saison mal wieder neue Nahrung. Tatort: Borussia-Park. Nach einer Rangelei mit Tony Jantschke geht Timo Werner vor der Gladbacher Fankurve derart theatralisch zu Boden, dass die Gemüter im Stadion überhitzen. Das der 20-Jährige die „Roten Bullen“ mit einer Vorlage und seinem 12. Saisontreffer in Mönchengladbach (2:1) mal wieder auf die Siegerstraße brachte, entwickelt sich nach Abpfiff schnell zur Nebensache.

Kein Leistungseinbruch trotz Image-Problem

Warum Timo Werner vor allem an dieser Aktion in der Nachspielzeit bewertet wird, ist bekannt: Sein Image als Buhmann hat er durch seine folgenschwere Schwalbe beim 2:1 gegen den FC Schalke 04 während der Hinrunde weg. Am Image von Werner hat auch der Klub selbst seinen Anteil.

Nach dem Spiel wollten Übeltäter, Mitspieler und Trainer Ralph Hasenhüttl zunächst von einem geschundenen Elfmeter nichts wissen, nur um die Schwalbe einen Tag später in einer Pressemitteilung doch zuzugeben. Fast jedes Auswärtsspiel der Sachsen gleicht für den aktuell treffsichersten deutschen Stürmer einem Gang durch ein Stahlbad. Im Anschluss an die neuerlichen Diskussionen um seine Person sprang ihm auch Ilkay Gündogan zur Seite.

„Langsam sollten einige Fans ihren Umgang mit Timo Werner mal kritisch hinterfragen. Der Junge ist erst 20“, schrieb der Nationalspieler bei „Twitter“. Da die Formkurve des ehemaligen Stuttgarters aber nicht nach unten zeigt – seit dem Schalke-Spiel netzte er 4 Mal bei 7 Einsätzen – wäre zumindest eine Nominierung für das Länderspiel gegen England am 22. März nicht unverdient.

Löw entscheidet nach Leistungen und Attributen

In der Nationalmannschaft wird sich Joachim Löw sein eigenes Bild machen. Der Bundestrainer muss letztlich entscheiden, wie gut Werner mit seiner enormen Geschwindigkeit auch in sein System passt. Selbst bei einem erfolgreichen Debüt im DFB-Trikot steht dem Fritz-Walter-Medaillen-Gewinner in den nächsten Wochen und Monaten noch ein schwerer Gang bevor.

Für den 20-Jährigen gilt es, sich von möglichen Provokationen seiner Gegenspieler nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Der Leipziger kann mit Blick auf die WM 2018 eine Rolle spielen, insofern er mit seinem Image-Problem richtig umgeht und sich nicht durch weitere Dummheiten auf dem Platz selbst sabotiert.

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