Verbeek-Rausschmiss: Trainerentlassungen vor dem Saisonstart

Überraschung in der 2. Bundesliga. Der VfL Bochum hat sich von Trainer Gertjan Verbeek getrennt. Mit dieser Entscheidung sorgt der Ruhrpott-Klub für eine Seltenheit. In der bisherigen Geschichte des deutschen Profi-Fußballs wurde nur ein einziger Coach vor dem Saisonstart entlassen. Allerdings verließen vier weitere Übungsleiter ihre Vereine aus freiwilligen Stücken noch vor dem ersten Spieltag.

Noch ist kein einziges Spiel in der 2. Bundesliga gespielt und schon gibt es die erste Trainerentlassung. Der VfL Bochum gab am Dienstagmorgen die Trennung von Gertjan Verbeek bekannt. Der Niederländer saß seit Dezember 2014 auf der VfL-Bank. Seine Bilanz in dieser Zeit ist ziemlich ausgeglichen. 31 Siegen stehen 30 Unentschieden und 27 Niederlagen gegenüber.

Nachfolger steht parat

Die Gründe für das Aus sind vielfältig. So soll das Verhältnis zwischen dem kauzigen 54-Jährigen und der Vereinsführung – auch aufgrund verschiedener Vorstellungen in Transferfragen – zuletzt sehr angespannt gewesen sein. Zudem sollen sich nach Bild-Informationen Spieler beim Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Peter Villis über den Trainer beschwert haben. Auch mit dem Funktionsteam soll Verbeek während des Trainingslagers mehrmals aneinandergeraten sein.

Nachfolger wird Ismail Atalan von Drittligist Sportfreunde Lotte. Der 37-Järige gilt als großes Coaching-Talent und sorgte mit seinem bisherigen Klub in der Vergangenheit im Ligabetrieb und im DFB-Pokal für Furore.

Eine Entlassung, vier Rücktritte

Bislang wurde nur Jörn Andersen im deutschen Profi-Fußball ebenfalls vor dem Ligabeginn vor die Tür gesetzt. Vier Tage vor dem Start der Saison 2009/10 entließ der FSV Mainz 05 den dänischen Übungsleiter. Vorausgegangen war eine peinliche Pokalpleite beim damaligen Viertligisten VfB Lübeck. Kurios: 71 Tage zuvor führte Andersen die Rheinhessen zum Aufstieg in die Bundesliga.

Die folgenden vier Trainer kehrten ihren Klub aus freien Stücken noch vor dem ersten Spieltag aus unterschiedlichsten Gründen den Rücken:

Dettmar Cramer, Hertha BSC (1974/75): Cramer kündigte seinen Vertrag nach dem ersten Training, da er nicht mit dem in den Bundesligaskandal verwickelten und vom DFB gesperrten Wolfgang Holst zusammenarbeiten wollte.

Reinhard Saftig, Borussia Dortmund (1988/89): Saftig wollte Kapitän Thomas Franck absetzen, der Vorstand nicht. Der Trainer kündigte am Tag des Trainingsauftakts.

Rolf Fringer, VfB Stuttgart (1996/97): Der Schweizer blamierte sich mit dem VfB im Pokal und schied im Elfmeterschießen gegen den Zweitligisten Fortuna Köln aus. Den Rauswurfforderungen der Fans kam Fringer mit seinem Rücktritt zuvor.

Felix Magath, 1. FC Nürnberg (1998/99): Magath stieg mit dem Klub in die erste Liga auf, konnte sich in der Sommerpause mit dem Präsidium aber nicht auf einen Vertrag für die Bundesliga einigen.

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