Kevin Großkreutz: Ein Weltmeister am Boden

Überraschendes Ende für Kevin Großkreutz beim VfB Stuttgart. Die Schwaben gaben am Donnerstag bekannt, dass der Vertrag des 28-Jährigen mit sofortiger Wirkung aufgelöst wurde. Darauf einigten sich Verein und Spieler nach dem Prügel-Skandal vom Montag. Für Großkreutz ist es der Tiefpunkt eines seit Jahren schleichenden Niedergangs.

Von 2009 bis 2014 war Kevin Großkreutz Teil der märchenhaften Rückkehr von Borussia Dortmund zur Spitzenmannschaft. Er war das Gesicht des BVB und die Identifikationsfigur der Fans. Seine Leistungen machten ihn zum Nationalspieler und sogar zum Weltmeister. Knapp drei Jahre später ist er am Tiefpunkt angekommen.

Rückschläge, Abstiege und Skandale

Bereits vor der WM 2014, bei der er nicht zum Einsatz kam, sorgte er mit zwei Skandalen (Döner-Wurf und Pinkel-Affäre) für Negativ-Schlagzeilen. In der darauffolgenden Katastrophen-Saison 2014/15, in der Dortmund zeitweise Schlusslicht der Bundesliga war, spielte Großkreutz bei den Westfalen nur noch eine Nebenrolle. In der Liga kam er auf lediglich 17 Einsätze. Bei der Aufholjagd in der Rückrunde, die am Ende mit dem Erreichen der Europa League gekrönt wurde, war er aufgrund eines Muskelbündelrisses und einer Knie-OP nur Zuschauer.

Mit dem Ende von Jürgen Klopp lief auch die Zeit von Großkreutz in Dortmund ab. Thomas Tuchel hatte für ihn keine Verwendung. Es folgte der Wechsel zu Galatasaray. Doch statt in der Türkei wieder anzugreifen, saß er nur auf der Tribüne. Wegen eines Formfehlers des Klubs bekam er keine Spielberechtigung seitens der UEFA und machte keine einzige Partie für den Traditionsverein aus Istanbul. Für die Nationalmannschaft war er längst kein Thema mehr. Im Januar 2016 folgte nach über einem halben Jahr ohne Pflichtspiel der Wechsel zum VfB Stuttgart. Mit den Schwaben stieg er am Saisonende in die 2. Bundesliga ab.

Vereinslos und Rückzug vom Profi-Fußball

Großkreutz ist keiner, der in schwierigen Zeiten das Weite sucht. Er wollte die Scharte des Abstiegs wieder auswetzen und blieb den Schwaben treu. Diese Loyalität rechneten ihm die VfB-Fans hoch an. Sportlich war er in Stuttgart gesetzt, überzeugte als Rechtsverteidiger mit Einsatzfreude und totaler Hingabe. Sein nächtlicher Ausflug am vergangenen Montag, der für ihn nach einer Schlägerei – an der er keine Schuld trägt – im Krankenhaus endete, zog der Verein nun allerdings die Reißleine und trennte sich vom 28-Jährigen. Drei Jahre nach dem WM-Titel steht Großkreutz vor den Scherben seiner Karriere.

Wie geht es jetzt weiter? Er selbst sagte zu seiner Zukunft unter Tränen auf einer Pressekonferenz des Klubs: „Ich habe einen Fehler gemacht, der mir sehr leid tut. Ich akzeptiere die Konsequenzen und bedaure, dass meine Zeit beim VfB so zu Ende geht. […] Ich möchte jetzt ruhiger machen und mit dem Profi-Fußball nichts mehr zu tun haben.“ Hoffentlich ist es kein Abschied für immer.

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