Schalke 04: Keine Ruhe, kein Erfolg – egal ob unter Weinzierl oder Tedesco

Platz 10 in der abgelaufenen Bundesliga-Saison, in der Europa League war im Viertelfinale Schluss und im DFB-Pokal chancenlos auf den Titel oder das Finale – die Saison 2016/17 war für den FC Schalke 04 zum Vergessen. Wie so oft nach solchen Spielzeiten steht der Trainer in der Kritik. Dabei war Markus Weinzierl vor einem Jahr mit Neu-Manager Christian Heidel noch der Heilsbringer. Nun ist er bereits wieder entlassen.

Alte Zöpfe abschneiden, unverbrauchte, neue Leute ans Werk – die Stimmen aus dem Umfeld des FC Schalke 04 hören sich in jedem Sommer sehr ähnlich an. Auch in diesen Tagen gab es wieder einmal große Diskussionen um den Trainer. Markus Weinzierl muss nach einer schwachen Saison, in der sich Schalke nicht einmal für die Europa League qualifizierte, seinen Hut nehmen. Der jüngste Angriff von Flügelspieler Yevhen Konoplyanka, der Weinzierl als „Feigling“ beschimpfte, zeigte schon, wie sehr es im Pott kochte.

Weinzierl ist bereits der siebte Coach seit 2010

Trotzdem hätten die Verantwortlichen an dem 42-Jährigen festhalten und ihm weitere Monate auf Schalke ermöglichen sollen. Kontinuität auf der Trainerposition ist das A und O für Erfolg. In diesem Jahrzehnt ist das auf Schalke jedoch ein Fremdwort. Weinzierl war bereits der siebte Trainer seit 2010 (Interimstrainer nicht mitgerechnet!).

Zuletzt holte man mit Andre Breitenreiter und Markus Weinzierl zwei Coaches, die bei anderen inländischen Klubs Erfolg hatten. Jedoch auf ganz anderen Ebenen. Breitenreiter stieg mit Paderborn sensationell in die Bundesliga auf, für Weinzierl war das Erreichen der Europa League mit dem FC Augsburg eine echte Herkules-Aufgabe, die bewältigt wurde. Beide konnten die Erwartungen in ihrer ersten S04-Saison jedoch nicht erfüllen, vielleicht auch, weil in Gelsenkirchen noch einmal ein ganz anderer Druck herrscht.

Schalke ist nicht Aue

Ähnlich könnte es bald auch Domenico Tedesco ergehen. Der Deutsch-Italiener ist erst 31 Jahre alt und hat gerade einmal sage und schreibe elf Profispiele in seiner Trainer-Vita stehen! Zwar machte er beim FC Erzgebirge Aue einen hervorragenden Job als er die Sachsen bravourös vor dem Abstieg rettete, doch dies mit einer Europa oder Champions League-Qualifikation auf Schalke gleichzusetzen, ist ein Wahnsinn. Sollte es zu Beginn einer möglichen Tedesco-Ära mal nicht ganz rund laufen, heißt es wieder: Der Trainer ist schuld.

Generell wird auf Schalke noch zu viel in der Vergangenheit gelebt. Die Champions League-Ambitionen müssen aus den Köpfen der blau-weißen Anhänger ganz schnell verschwinden, vielmehr sollte man sich auf das Ziel Europa League konzentrieren. Dies bedingt jedoch auch, dass man sich ins Stadion bewegt. Das ist auf Schalke aber längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Nur 58.004 Zuschauer sahen am 17. Spieltag der vergangenen Saison den 1:0-Sieg über den FC Ingolstadt – Minusrekord in der Arena auf Schalke.

Auch die Feierlichkeiten rund um das 20-jährige Jubiläum des UEFA-Pokal-Erfolges von 1997 sind vielleicht ein wenig zu üppig ausgefallen. Choreografie hier, Legendenspiel da: Vielleicht wäre es eher sinnvoll gewesen, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, schließlich war für die Königsblauen noch lange eine Teilnahme an der Europa League möglich. Zum Vergleich: Beim ungeliebten Nachbarn aus Dortmund wurde kein großes Brimborium um den Titel von 1997 gemacht – und damals gewann der BVB sogar die Champions League. Manchmal würde ein weniger hasserfüllter Blick nach Dortmund einigen Schalkern auch gut tun.

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