Geld schlägt Tradition – ab 2019 neuer Modus

Was für ein Paukenschlag! Nach 118 Jahren wird der Davis Cup ab 2019 in einem neuen Modus gespielt. In Orlando/Florida stimmte die Generalversammlung des Tennis-Weltverbandes ITF mit 71 Prozent für die Neuausrichtung. Damit sehen viele den Davis Cup zu Grabe getragen. Aus Deutschland kommt viel Kritik.

Seit der Einführung im Jahr 1900 wurde immer im gleichen Modus gespielt. 16 Teams der Weltgruppe haben über das Jahr verteilt ihren Sieger ausgespielt. Da es im Davis Cup mehr um die Ehre als um das große Geld geht, blieben viele Stars wie Roger Federer oder Novak Djokovic dem Wettbewerb fern. Das soll sich nun ändern.

Geldsegen für die ITF

Um den Davis Cup attraktiver zu gestalten, warb im Vorfeld der Abstimmung ITF-Präsident David Haggerty, zusammen mit der Investmentgruppe Kosmos um den spanischen Fußballer Gerard Pique, für die Reform. Es ist kein Geheimnis, dass gerade die kleinen Verbände aufgrund des Geldes für die Reform gestimmt haben. Im Raum stehen drei Milliarden Dollar Zuwendungen seitens Kosmos an den ITF.

Neuer Modus

Schon ab dem kommenden Jahr werden 18 Teams um die prestigeträchtige Trophäe spielen. Im Februar werden in einer Qualifikation die Teams ermittelt, die im November in einem Finalturnier auf neutralem Boden, den Sieger küren. Kritik kommt vor allem aus Deutschland, auch ehemalige haben sich zu Wort gemeldet.

„Reform zerstört Tradition“

Der deutsche Davis Cup-Kapitän Michael Kohlmann sagte unmittelbar nach der Entscheidung: „Die geplante Reform zerstört die lange Tradition eines der wichtigsten Wettbewerbe im Welttennis unwiderruflich. Für Spieler und Betreuer sind die Heim- und Auswärtsspiele die wesentlichen Faktoren, die den Davis Cup besonders machen.“ Auch DTB-Präsident Ulrich Klaus zeigt sich geknickt: „Das Ergebnis ist für uns eine herbe Enttäuschung, die uns fassungslos macht. Wir haben betont, dass wir gewisse Anpassungen befürworten, aber keine Reform, die den etablierten Wettbewerb abschafft.“ Zudem wird von Seiten der Spieler die nun weiter steigende Belastung kritisiert. Mit dem wieder eingeführten World-Team Cup der Herren im Frühjahr und dem Laver Cup im Herbst, sind es nun drei Mannschaftswettbewerbe, die die Pausen der Spieler weiter verkürzen.

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